Ordensmann schreibt Buch über Heiligkeit im 21. Jahrhundert
21.08.202612:30
Österreich/Kirche/Glaube/Heilige/Batlogg
Jesuit Batlogg: Wer Heiligkeit mit menschlicher Perfektion und Makellosigkeit verbindet, verfehlt den Kern - Buch über Wiener Erzbischof Grünwidl erscheint Anfang Oktober
Wien, 21.08.2026 (KAP) "Was hat christliche Existenz im 21. Jh. mit Heiligkeit zu tun?" - Dieser Frage geht der Publizist und Ordensmann Andreas Batlogg in seinem neuen Buch "Heilig sein 2.0. Christliche Lebenskunst im 21. Jahrhundert" nach, das dieser Tage im Verlag Herder erschienen ist. Heiligkeit werde heute oftmals mit Perfektion und besonderer Tugendhaftigkeit verbunden - was eine Verkehrung des eigentlich Gemeinten darstelle, wie Batlogg in einer zeitgleich erscheinenden Artikelserie in den österreichischen Kirchenzeitungen erörtert: Es gehe nicht um "spirituelle oder asketische Spitzensportler:innen", sondern um authentische Lebens- und Glaubenszeugnisse, "durch die es anderen leichter wird, an Gott zu glauben", so Batlogg in Anlehnung an den Priester und Autor Johannes Bours (1913-1988).
"Manche verwechseln Heiligkeit mit Perfektion: mit Makellosigkeit, Tugendhaftigkeit, mit Superleistungen - daher: Nichts für mich! Doch dies alles sind auf moralische und andere Kategorien reduzierte Zerr- oder auch Spottbilder", so Batlogg. Bedient würden solche Zerrbilder jedoch auch kirchlich - etwa wenn Einrichtungen wie das Wiener Zentrum Johannes Paul II. der Legionäre Christi unter dem provokanten Titel "Ich will heilig werden. Wirklich. Und du?" dazu aufrufen, Heiligkeit neu zu entdecken. Heiligkeit bezeichne - biblisch gesehen - keine spirituelle Höchstleistung, sondern zeige sich darin, ob man zum "Salz der Erde" oder zum "Licht der Welt" geworden sei, erinnerte der Jesuit. Es gehe bei Heiligkeit schließlich nicht um Selbstoptimierung, sondern um ein aufrichtiges Leben.
(Hinweis: Das Buch "Heilig sein 2.0 - Christliche Lebenskunst im 21. Jahrhundert" ist im Verlag Herder erschienen und kostet 20,60 Euro)
Anfang Oktober wird außerdem ein Buch in Form eines "theologischen Portraits" über den Wiener Erzbischof Josef Grünwidl erscheinen. Es wird den Titel "Für euch Bischof, mit euch Christ" tragen und erscheint im Verlag Tyrolia. Grünwidl treffe den Ton - "und er versteht sich nach wie vor als 'Seelsorger, Brückenbauer und Teamplayer': ein Hirte, nah bei den Menschen, der die größte Diözese Österreichs zukunftsfit macht", heißt es in der Ankündigung. Der Band stelle ein "einfühlsames theologisches Portrait des Wiener Erzbischofs" dar, "das sein bisheriges Wirken und seine Vision für die Kirche aufzeigt."