Über 5.000 offiziell erfasste Infizierte - Welthungerhilfe: "Hohe Mobilität der Menschen, auch aufgrund bewaffneter Konflikte und Vertreibungen, begünstigt die Ausbreitung"
Bonn, 21.08.2026 (KAP/KNA) Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo ist laut Angaben von Helfern weiterhin nicht unter Kontrolle. Vor allem entlang wichtiger Verkehrsachsen breite sich das Virus aus, teilte die Welthungerhilfe am Freitag auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) mit. "Die hohe Mobilität der Menschen, auch aufgrund bewaffneter Konflikte und Vertreibungen, begünstigt die Ausbreitung."
Das Ebola-Virus ist ein selten auftretender und äußerst aggressiver Erreger. Die Symptome ähneln anfangs einer Malaria- oder Grippe-Infektion. Zumeist haben die Betroffenen Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, leiden an Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Die Sterblichkeit liegt je nach Virus-Variante bei 25 bis 90 Prozent.
Ausbruch begann Anfang Mai
Die erste Meldung über eine "unbekannte Krankheit mit hoher Sterblichkeitsrate" im Osten der Demokratischen Republik Kongo erreichte die Weltgesundheitsorganisation WHO am 5. Mai. Zehn Tage später war klar: Es handelte sich um den 17. Ebola-Ausbruch in dem von Konflikten gebeutelten Staat in Afrika. Offiziell wurden seither mehr als 5.000 Infizierte gezählt.
Wie viele Menschen tatsächlich erkrankt sind, lässt sich laut Welthungerhilfe nur schwer abschätzen. Ein erheblicher Teil der Übertragungsketten werde erst spät oder gar nicht erkannt. "Um Infektionsketten zu unterbrechen, müssten deutlich mehr Menschen getestet werden."
Weitreichende Folgen
Stattdessen suchen viele Infizierte trotz Symptomen keine Gesundheitsstation auf und stecken zu Hause unbemerkt Familienmitglieder und Nachbarn an. Zugleich stoßen den Angaben zufolge Behandlungszentren an ihre Kapazitätsgrenzen. Aus Katwa und der Großstadt Butembo gebe es Berichte, wonach Verdachtsfälle, Erkrankte und sogar Schwangere abgewiesen werden mussten, weil es keine Betten mehr gab.
"Die Folgen des Ausbruchs reichen über den Gesundheitsbereich hinaus", so die Welthungerhilfe. "Einschränkungen im Handel und Verkehr treffen Kleinunternehmer und Händler, Schulschließungen, psychische Belastungen und Misstrauen gegenüber Helfenden nehmen zu."
Die Welthungerhilfe hat bislang elf Gesundheitseinrichtungen in zwei Provinzen unter anderem mit Schutzausrüstung, Fieberthermometern und Handwaschstationen ausgestattet. Eine Ausweitung der Hilfe durch den Bau zusätzlicher Isolierstationen ist geplant.