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Antonio Guterres
Menschenrechte
Bild Copyright: © UN Photo/Eskinder Debebe

UN-Generalsekretär: Gewalt gegen Gläubige muss aufhören

21.08.2026 12:15
(zuletzt bearbeitet am 21.08.2026 um 13:07 Uhr)
Österreich/USA/Religionsfreiheit/Gewalt/Regierung/Justiz/Internet/UN/Guterres
Guterres in Botschaft zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer von Gewalthandlungen aufgrund der Religion oder der Weltanschauung: Auch Regierungen und Digitalunternehmen müssen gegen Gewalt, Diskriminierung und Hetze handeln - Beobachtungsstelle OIDAC: Opfer religiöser Verfolgung zu wenig beachtet
New York/Wien, 21.08.2026 (KAP) UN-Generalsekretär Antonio Guterres fordert die Regierungen mit Nachdruck auf, Verantwortliche von Gewalt gegen Gläubige vor Gericht zu stellen und allen Formen von Diskriminierung und Hetze aktiv entgegenzutreten. "Überall auf der Welt grassiert das Blutvergießen aufgrund der Religionszugehörigkeit", erklärt der UN-Chef in seiner Botschaft zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer von Gewalthandlungen aufgrund der Religion oder der Weltanschauung am Samstag (22. August). "Festlichkeiten werden angegriffen. Kultstätten werden entweiht. Und viele Gläubige - insbesondere aus religiösen Minderheiten - sehen sich online wie offline Anfeindungen gegenüber", warnt Guterres: "Solche Handlungen treten die Menschenrechte und die Menschenwürde mit Füßen. Sie müssen sofort aufhören."

In der von den Vereinten Nationen am Freitag veröffentlichten Botschaft drängt der UN-Chef zum Aufbau von Gesellschaften, in denen alle Glaubensgemeinschaften in Frieden leben und ihren Glauben ausüben können. Guterres appelliert an Religionsoberhäupter, sich gegen Gewalt auszusprechen und nimmt neben Regierungen auch die in der Digitaltechnologie tätigen Unternehmen in die Pflicht. Diese müssten ihre Plattformen so gestalten und moderieren, "dass deren Nutzerinnen und Nutzer davor geschützt werden, stigmatisiert und zum Sündenbock gemacht zu werden", fordert der UN-Generalsekretär.

Am 22. August wird weltweit zum achten Mal der "Internationale Tag zum Gedenken an die Opfer von Gewalttaten aus Gründen der Religion oder des Glaubens" begangen. Dieser Gedenktag wurde 2019 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen, um auf eine zunehmende Verfolgung von Menschen aufgrund ihrer religiösen Überzeugungen aufmerksam zu machen.

Beobachtungsstelle: Opfer religiöser Verfolgung zu wenig beachtet

Mangelndes öffentliches Interesse am Schicksal der Millionen aufgrund ihrer Religion von Verfolgung betroffenen Menschen beklagt derweil die in Wien ansässige Beobachtungsstelle für Intoleranz und Diskriminierung gegen Christen in Europa (OIDAC Europe) im Vorfeld des UN-Gedenktags. "Andere Menschenrechtsanliegen mobilisieren große Teile unserer Gesellschaften, während Opfer von religiöser Verfolgung oft darum kämpfen müssen, sich Gehör zu verschaffen", so OIDAC-Geschäftsführerin Anja Tang. Der 22. August solle daher ein Weckruf sein "und vor allem ein Tag, an dem wir derer gedenken, deren Leiden fernab der Kameras stattfindet".

Tang erinnerte diesbezüglich an den Mord an Ashur Sarnaya in Frankreich im September 2025. Der irakische Christ, der vor der Verfolgung durch den IS geflohen war, wurde in Lyon erstochen, während er auf TikTok live über seinen Glauben sprach. Eine tragischere Geschichte sei "kaum vorstellbar", so die OIDAC-Geschäftsführerin. "Dennoch ist der Name Ashur Sarnaya außerhalb Frankreichs nahezu unbekannt, und sein Tod wurde von den großen säkularen Nachrichtenmedien weitgehend übersehen", kritisiert Tang.

Mehr Aufmerksamkeit fordert die Beobachtungsstelle auch für die Situation von Mädchen aus religiösen Minderheiten in Pakistan. Menschenrechtsexperten weisen immer wieder auf Fälle von Entführungen, Zwangskonvertierungen und Zwangsheiraten hin. Erst jüngst habe der Bericht "Stolen Girls" der Menschenrechtsorganisation "Jubilee Campaign" 210 Fälle von Entführungen, erzwungenen Religionswechseln und Zwangsheiraten christlicher Mädchen zwischen 2019 und 2025 dokumentiert, so OIDAC. Unter den Betroffenen seien auch Minderjährige, die aus ihren Häusern entführt, anschließend zum Islam bekehrt und mit deutlich älteren Männern verheiratet wurden, während ihre Familien vergeblich versuchten, wirksamen Schutz von den Behörden zu erhalten.
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