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Mozart im Vatikan: Salzburger Jugendorchester spielt Konzert

23.08.2026 09:22
Österreich/Vatikan/Kirche/Kultur/Musik/Konzert
Jugendorchester der Universität Mozarteum hat für Konzert am 2. September auch zwei Original-Geigen Mozarts im Gepäck
Vatikanstadt/Salzburg, 23.08.2026 (KAP) Ein Salzburger Jugendorchester der Universität Mozarteum spielt am 2. September ein Konzert bei Radio Vatikan in den Vatikanischen Gärten. Mit dabei: zwei originale Geigen, die Wolfgang Amadeus Mozart nutzte. Auf seiner Kindergeige spielt im Vatikan eine zehnjährige Solistin aus China. Sie bringt damit auf gewisse Weise Mozart nach 250 Jahren zurück zum Papst. Mozart hatte 1770 als 14-Jähriger im Vatikan vor Papst Clemens XIV. gespielt.

Für das "Ensemble Bella Musica" des Pre-College der Universität Mozarteum sei es kein Konzerttermin wie jeder andere, versicherte der künstlerische Leiter, Stefan David Hummel, gegenüber Radio Vatikan: "Wir hatten schon mehrmals die Ehre, eine Messe im Petersdom musikalisch zu gestalten, und jetzt freuen wir uns sehr auf das Konzert in den Vatikanischen Gärten. Es wird zweifellos der Höhepunkt unserer Reise sein." Auch die Vorfreude auf eine kurze Begegnung mit Papst Leo am Rand der Generalaudienz sei im Jugendorchester schon spürbar.

Hummel war dieser Tage nach Rom gereist, um den historischen Aufnahmesaal von Radio Vatikan in den Gärten des Papstes zu inspizieren. Dort wird das Konzert aufgezeichnet. Über die European Broadcasting Union (EBU) können interessierte Radiostationen die Aufnahme übernehmen - so soll die Musik des jungen Ensembles eine Million Hörer und mehr erreichen.

Der Star des Konzerts ist dabei ein recht kleines Instrument: Mozarts Kindergeige. Die Stiftung Mozarteum Salzburg bringt sie nach Rom, gemeinsam mit Mozarts Costa-Violine, die der italienische Geigenbauer Pietro Antonio Dalla Costa 1764 in Treviso baute und auf der Mozart bei seinen Konzerten in Wien spielte. Auf der Kindergeige dagegen machte der junge Wolfgang damals seine ersten Schritte als Musiker.

Im Vatikan nimmt diese Violine nun Shuxuan Jin in die Hände. Das zehnjährige Mädchen aus Shanghai lebt seit früher Kindheit in Österreich und studiert im Pre-College der Universität Mozarteum, einer der renommiertesten Musikhochschulen der Welt. Internationale Wettbewerbserfolge hat die junge Solistin schon reichlich gesammelt. Eine Geige, auf der Mozart als Kind spielte, dürfte dennoch zu den ungewöhnlicheren Stationen einer jungen Musikerkarriere zählen.

Globales Ensemble

Bella Musica versteht sich nicht nur als Nachwuchsorchester, sondern als kleines musikalisches Europa. Die Musikerinnen und Musiker zwischen zehn und 22 Jahren haben Wurzeln in Österreich, Deutschland, Italien, Spanien, Slowenien, Bosnien und Herzegowina, Ungarn, aber auch in China, Thailand, Korea und Iran. Als "Young Ambassadors of European Mozart Ways" reisen sie von 28. August bis 10. September auf den Spuren Mozarts durch Europa - mit der Idee, über gemeinsames Musizieren Grenzen zumindest für einen Konzertabend ziemlich unwichtig werden zu lassen. "Gerade in diesen unruhigen Zeiten verstehen wir dieses Konzert auch als ein Zeichen des Friedens", so Orchesterleiter Hummel: "Musik kann Menschen über Grenzen, Sprachen und Überzeugungen hinweg verbinden. Wir sind dankbar, diese Botschaft gemeinsam in die Welt tragen zu dürfen."

Das Konzertprogramm für den Vatikan umfasst hauptsächlich Mozart, von der "Così fan tutte"-Ouvertüre bis zur Jupitersymphonie. Vor einem finalen "Ave Verum" hat das Ensemble einen kleinen musikalischen Gruß im Gepäck: Im Vatikan und nur im Vatikan wird ein Stück aus "The Sound of Music" zu hören sein. Nicht zufällig, sondern als Hommage an Leo XIV., denn der in Salzburg spielende US-amerikanische Musik-Streifen von 1965 ist der erklärte Lieblingsfilm des US-amerikanischen Papstes.

Mozart als Teenager im Vatikan

Ein historischer Nebenaspekt: Mozart selbst war als Teenager im Vatikan. 1770, auf seiner ersten Italienreise mit Vater Leopold, spielte der damals 14-Jährige dem Papst vor. Clemens XIV. war tief beeindruckt vom musikalischen Genie des jungen Salzburgers und adelte ihn mit dem Orden vom Goldenen Sporn, was ihn formell zum Ritter machte.

Gut 250 Jahre später kommt Mozart also zurück: mit zwei seiner Geigen, einem internationalen Jugendorchester und einer zehnjährigen Musikerin aus China, die auf jenem Instrument spielt, auf dem auch er einmal ganz klein angefangen hat.

Die Konzert-Aufzeichnung im Vatikan ist nicht öffentlich zugänglich. Das Ensemble Bella Musica spielt aber in Rom noch drei weitere Konzerte, ebenfalls mit den Mozart-Geigen, darunter am 2. September um 19 Uhr in der Kirche Santa Maria dell´Anima und am 4. September um 18 Uhr im Konservatorium Santa Cecilia.

Leichnam von Antonio Salieri bleibt in Wien

Während Mozarts Geigen nach Rom kommen, bleibt der Leichnam von Antonio Saleri, Komponist und beruflicher Rivale Mozarts, in Wien. Gut 200 Jahre nach Salieris Tod ist dieser Tage ein inzwischen historischer Streit um dessen letzte Ruhestätte zu Ende gegangen: Die norditalienische Stadt Legnago hat ihre Forderung nach den sterblichen Überresten des berühmten Komponisten aufgegeben, wie heimische Medien am Freitag berichten. Damit bleibt Salieri auf dem Wiener Zentralfriedhof bestattet.

Mehr als ein Jahrhundert lang hatte Legnago Anspruch auf Salieris Gebeine erhoben. Zeitweise wurde der Streit von Interventionen auf höchster diplomatischer Ebene begleitet: Etwa, als sich zum 200. Todestag Salieris im vergangenen Jahr Italiens Außenminister Antonio Tajani für eine Rückführung in dessen Geburtsstadt einsetzte.

Nun ließ Bürgermeister Paolo Longhi die Forderung mit der Begründung fallen, dass diese "aussichtslos" sei. Zudem sei es zu einer Annäherung zwischen den Städten gekommen. Auch soll Salieri in einem Brief den Wunsch geäußert haben, in Wien bestattet zu werden.

Salieri (1750-1825) gehört zu den angesehensten Komponisten seiner Zeit. Mit 16 Jahren kam er nach Wien und gehörte seitdem zum musikalischen Umfeld Kaiser Josephs II. 1774 wurde er kaiserlicher Kammerkomponist und Direktor der italienischen Oper, 1788 Hofkapellmeister. Die oft kolportierte Todfeindschaft zu Mozart gilt als Mythos; belegt ist indes ein berufliches Rivalitätsverhältnis.
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