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Peru: Amazonas-Bischof warnt vor illegalem Bergbau

22.08.2026 10:33
Peru/Österreich/Kirche/Umweltverschmutzung/Menschenrechte
Erklärung des Apostolischen Vikariats von Iquitos: Entweihung der Schöpfung kommt einem Angriff auf Gott selbst gleich - Vikariat Iquitos hat Österreich-Bezug
Rom/Lima, 22.08.2026 (KAP) Der Bischof von Iquitos im Amazonasgebiet, Miguel Ángel Cadenas Cardo, ruft dazu auf, unverzüglich gegen die verheerende Zunahme des illegalen Bergbaus im Einzugsgebiet des Flusses Nanay vorzugehen, wie das Portal "VaticanNews" berichtete. Der Nanay ist die wichtigste Trinkwasserquelle für über eine halbe Million Einwohner der Stadt Iquitos sowie für zahlreiche indigene Gemeinschaften im peruanischen Amazonasgebiet. In der Erklärung des Apostolischen Vikariats von Iquitos wird tiefe Besorgnis über die Ergebnisse einer aktuellen Studie auf der Grundlage von Satellitenbildern geäußert. Danach wurden in den letzten zehn Jahren 1.518 Fälle von Bergbauausbaggerungen in 13 Flüssen des Departements Loreto erfasst. Etwa die Hälfte von ihnen ist allerdings erst seit Anfang 2025 aufgetreten.

70 Prozent all dieser Fälle wurden am Nanay registriert, dem angestammten Gebiet des Volkes der Ikitu. Der Nanay verzeichnete den stärksten Anstieg an Baggerarbeiten. Parallel dazu schreitet die Entwaldung an den Ufern des Nanay voran, die mit dem Bergbau in Verbindung steht.

Das Vikariat erklärte, dass "die Entweihung der Schöpfung einem Angriff auf Gott selbst gleichkommt". Als "Volk Gottes des Amazonas" erinnerte es daran, dass die Erteilung von Bergbaukonzessionen gegen Umweltrechte und geltende Vorschriften verstößt, einschließlich der regionalen Verordnungen, die den Nanay zu einem vom Bergbau ausgeschlossenen Gebiet erklären.

Die Zunahme des illegalen Bergbaus, so das Dokument weiter, führe zu Gewalt und bedrohe die nationale Sicherheit. Sie erfordere eine ganzheitliche Reaktion der nationalen Regierung und der regionalen Behörden. Die Auswirkungen des Bergbaus, insbesondere die Quecksilberverseuchung, schadeten zudem der Gesundheit der Bevölkerung und der Ernährungssicherheit der Gemeinden.

Das Dokument wurde von Bischof Cadenas sowie von neunzehn Priestern und pastoralen Verantwortlichen unterzeichnet.

Die Diözese Iquitos hat auch einen Österreich-Bezug. In Österreich steht das Hilfswerk "Christen in Not" (CiN) in regelmäßigem Kontakt mit der Diözese bzw. dem Bischof und den örtlichen (kirchlichen) Menschenrechtsaktivisten. Im Herbst 2025 wurde CiN für ein Hilfsprojekt vor Ort mit dem Intercultural Achievement Award (IAA) des österreichischen Außenministeriums ausgezeichnet.
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