Wien: Ungarn feierten im Stephansdom Fest ihres Nationalheiligen
22.08.202614:37
(zuletzt bearbeitet am 22.08.2026 um 14:44 Uhr)
Österreich/Ungarn/Kirche/Glaube/Europa/Udvardy
Erzbischof Udvardy betont in Predigt Heiligen König Stephan von Ungarn als bleibendes Vorbild für Politik und christlich fundierte Gesellschaft
Wien, 22.08.2026 (KAP) Mehrere Hundert Gläubige aus Ungarn sowie den ungarischen Minderheiten in Österreich, der Slowakei und Rumänien haben am Samstag im Wiener Stephansdom das Fest ihres Nationalheiligen Szent István Király (Hl. König Stephan von Ungarn, 969-1038) begangen. Hauptzelebrant des jährlich stattfindenden Festgottesdienstes, an dem auch Pazmaneum-Rektor János Varga teilnahm, war György Udvardy, Erzbischof von Veszprém und stellvertretender Vorsitzender der Ungarischen Bischofskonferenz.
Im Beisein der ungarischen Botschafterin in Wien, Edit Szilágyiné Bátorfi, plädierte Erzbischof Udvardy eindringlich für einen am Gemeinwohl orientierten Staat auf christlichen Fundamenten. In diesem Sinn wolle er das Fest des heiligen Stephan als wegweisenden Impuls für die Zukunft verstehen.
In seiner Predigt regte der Erzbischof zum Nachdenken darüber an, was das Erbe des heiligen Stephan für die Gegenwart bedeute. Man dürfe dieses Erbe nicht bloß als eine historische Erinnerung betrachten. Dieses Erbe habe über Jahrhunderte hinweg das Volk, seinen Glauben, sein Gemeinschaftsgefühl sowie sein Denken geprägt.
Wie Udvardy ausführte, müsse das Fundament jedes einzelnen wie auch der gesamten Nation auf Fels errichtet werden: "Für den heiligen Stephan bedeutete die Person Jesu Christi, seine Lehre sowie das von ihm verkündete Reich Gottes und dessen Gesetze diesen Felsen." Wer auf diese Weise baut, werde stets Hoffnung, moralische Haltung und Mut besitzen. Der heilige König habe die Staatsgründung und die Verankerung des Christentums als einen von Gott erhaltenen Auftrag verwirklicht; Macht sei für ihn kein Selbstzweck, sondern ein Dienst am Gemeinwohl gewesen.
Der Erzbischof hob weiters hervor: "Nach christlicher Auffassung ist es die Aufgabe des Staates, der Ordnung und dem Gemeinwohl zu dienen sowie Verhältnisse zu schaffen, in denen jeder Mensch die ihm zustehenden leiblichen, geistigen und seelischen Güter erhält." Der heilige Stephan habe gewusst, dass das Gemeinwohl dort entstehe, wo Gesetz und Gewissen nicht voneinander getrennt werden. Ein wahrhaftiges christliches Fundament biete Schutz für die Arme, die Kleinen und die Schutzbedürftigen - in jedem Augenblick des Lebens.
Neue Wege der Glaubensweitergabe
Udvardy wies zugleich darauf hin, dass die Weitergabe des Glaubens in der heutigen Zeit eine Aufgabe sei, die neu erlernt werden müsse. Es gelte, neue Wege zu beschreiten, um die jüngeren Generationen anzusprechen, so der Erzbischof, der zugleich die Eucharistie als Quelle des Lebens betonte. Die Eucharistie sei der Ort, an dem Gott seine Liebe in jedem Menschen Wirklichkeit werden lässt: "Sie schenkt Kraft, reinigt, gibt Orientierung und formt die Gemeinschaft wahrhaftig zu einem einzigen Leib."
Schließlich rief Erzbischof Udvardy die Gläubigen dazu auf, das Fest des heiligen Stephan als Orientierung zu nutzen und in einem "müden" Europa in den Familien oder auch am Arbeitsplatz christliche Werte zu vertreten und zu leben.