Erzdiözese Wien erinnert an Schlüsselrolle des früheren Erzbischofs bei der internationalen Solidarität für die Opfer des "Holodomor" in der Ukraine vor mehr als 90 Jahren
Wien, 23.08.2026 (KAP) Den ganzen Sommer über bittet die Caritas im Rahmen ihrer Hungerkampagne um Spenden, die vor allem den Menschen in Not in Afrika zugutekommen. An diesem Sonntag wurde in vielen Pfarren in ganz Österreich bei den Gottesdiensten dafür gesammelt. Die Erzdiözese Wien hat dieser Tage in einem Bericht auf ihrer Website an ein historisches Ereignis erinnert, als der frühere Erzbischof Theodor Innitzer vor mehr als 90 Jahren versuchte, den Hunger leidenden Menschen in der Ukraine zu helfen.
Die Katastrophe in den Jahren 1932/33 ist als "Holodomor" ("Hungermord") in die Geschichte eingegangen. Sie wurde von den Sowjets absichtlich herbeigeführt, um die wohlhabenden ukrainischen Großbauern ("Kulaken") zu schwächen und zum Eintritt in die Kolchosen und Sowchosen zu zwingen. Millionen Menschen starben.
Theodor Innitzer (1875-1955) war 1933 einer der ganz wenigen Vertreter des Westens, der sich für die Hungeropfer einsetzte. Er hatte zusammen mit den Repräsentanten der Ökumene und vor allem mit der Israelitischen Kultusgemeinde lautstark und vor der ganzen Welt den Hungermord in der Sowjetukraine und anderen Teilen der UdSSR öffentlich verurteilt und die internationale Hilfsaktion eingeleitet. Der Appell Innitzers und der anderen Kirchen- und Religionsvertreter "hat den Millionen unschuldigen, vom Hungertod bedrohten und sterbenden Menschen eine Stimme gegeben", so der ukrainisch-katholische Generalvikar Yuriy Kolasa.
Zur dankbaren Erinnerung wurde im November 2019 von Kardinal Christoph Schönborn und dem Oberhaupt der Ukrainischen Griechisch-katholischen Kirche, Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk, im Wiener Erzbischöflichen Palais eine Gedenktafel enthüllt.