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Roter Platz, Moskau
Diplomatie
Bild Copyright: © Henning Klingen / Kathpress

Außenbeauftragter des Papstes traf wichtigen Putin-Berater

27.08.2026 13:38
(zuletzt bearbeitet am 27.08.2026 um 14:31 Uhr)
Vatikan/Russland/Ukraine/Diplomatie/Krieg/Kirche
Kurienerzbischof Gallagher hält sich seit Montag zu diplomatischen Gesprächen mit Politik und Kirche in Moskau auf
Vatikanstadt/Moskau, 27.08.2026 (KAP) Der vatikanische Außenminister, Erzbischof Paul Richard Gallagher, hat den außenpolitischen Chefberater des russischen Präsidenten, Juri Uschakow, in Moskau getroffen. Wie das vatikanische Staatssekretariat auf dem Netzwerk X mitteilte, fand das Treffen am Donnerstag statt. Am selben Tag standen auch Begegnungen des Vatikan-Spitzendiplomaten mit Vertretern der römisch-katholischen Minderheit in Russland auf dem Programm.

Ein vom Staatssekretariat verbreitetes Foto zeigt Erzbischof Gallagher und Uschakow beim Handschlag im Büro des Beraters. Ursprünglich war das Treffen laut Vatikan bereits für Mittwoch geplant gewesen. Warum es erst am Donnerstag stattfand, wurde nicht mitgeteilt. Auch über die Länge des Gesprächs machte der Vatikan keine Angaben. Zum Inhalt hieß es, man habe Themen von gemeinsamem Interesse vertieft.

Kremlsprecher Dmitri Peskow wollte sich bei einer Pressekonferenz am Donnerstag nicht zu dem Treffen von Uschakow und Gallagher äußern, wie russische Medien berichten. Zugleich dämpfte er Hoffnungen auf mögliche neue Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine zur Beendigung des Krieges. Es gebe im Moment keine Informationen über konkrete Pläne oder Termine für eine neue Gesprächsrunde, so Peskow.

Uschakow war von 1998 bis 2008 russischer Botschafter in den USA. Außenpolitischer Berater von Wladimir Putin ist er seit 2012. Wegen seiner Mitwirkung am Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine steht er auf der Sanktionsliste mehrerer westlicher Länder.

"Dieser Krieg muss enden"

Gallagher hält sich seit Montag in Moskau auf. Bereits am Dienstag hatte er den russischen Außenminister Sergej Lawrow an dessen Amtssitz zu einem langen Gespräch getroffen. Am selben Tag war auch der Direktor des amerikanischen Geheimdienstes CIA, John Ratcliffe, in Moskau. Mit wem Ratcliffe Gespräche führte, wurde nicht mitgeteilt.

Bei einem gemeinsamen Pressetermin mit Lawrow verurteilte Erzbischof Gallagher den Ukraine-Krieg. "Dieser Krieg muss enden", sagte er. Der Konflikt könne nicht militärisch gelöst werden. Sein Gespräch mit Lawrow bezeichnete der vatikanische Außenminister als freundlich und konstruktiv. Der Heilige Stuhl werde weiter spirituell, diplomatisch und humanitär helfen, um Raum für Dialog zu schaffen. "Wir bieten unsere guten Dienste in jeder hilfreichen Weise an, in der Hoffnung, dass der so sehr herbeigesehnte Frieden so bald wie möglich erreicht werden kann", so der Vatikan-Diplomat.

Besuch in Christ-Erlöser-Kathedrale

Am Mittwoch hatte Gallagher wichtige Begegnungen mit Vertretern des russisch-orthodoxen Patriarchats. Dieses steht im russisch-ukrainischen Krieg fest an der Seite von Staatspräsident Putin und der russischen Armee. Wie das Portal "Vatican News" berichtete, besichtigte der Kurienerzbischof die orthodoxe Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau, die zugleich Sitz des Moskauer Patriarchen ist, und traf dort russisch-orthodoxe Geistliche. Bereits am Vortag hatte Gallagher auch den Außenbeauftragten des Moskauer Patriarchats, Metropolit Antonij, zu Gesprächen getroffen.

Für Gallagher ist es der erste Besuch in Russland seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine vor viereinhalb Jahren. Vor einem Monat hatte der vatikanischen Außenminister in der Ukraine mit Präsident Wolodymyr Selenskyj und Außenminister Andrij Sybiha gesprochen.
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