Berliner Gedächtniskirche: Turmruine ab September gesperrt
27.08.202615:39
Deutschland/Kirche/Kultur/Geschichte
Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche wird umfassend saniert
Berlin, 27.08.2026 (KAP/KNA) Für eine mehrjährige Sanierung schließt die prominente Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche teilweise. Mehrere Gebäudeteile, darunter die Turmruine, sind ab September gesperrt, wie die zuständige Stiftung am Donnerstag mitteilte. Demnach kostet die Sanierung 45 Millionen Euro und soll bis 2029 abgeschlossen sein. Die bereits renovierte Kapelle soll unterdessen weiter für Gottesdienste und Verstaltungen genutzt werden. Auch Baustellenführungen sind geplant.
Der deutsche Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) würdigte die Kirche bei einem Besuch zum Baustart als "Herzstück unserer Erinnerungskultur". Sie vermittele die wechselvolle Geschichte des Landes. "Sakralbauten wie die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche schaffen Räume, in denen Menschen zusammenkommen, um sich bewusst mit den Fragen des Lebens auseinanderzusetzen. Es sind Orte, die uns aus den Routinen des Alltags herausholen und eine andere Perspektive auf die Welt eröffnen", so Weimer.
Berühmte blaue Fenster
Der Bund fördert mit 17,5 Millionen Euro die Sanierung, zu der unter anderem eine denkmalgerechte Wiederherstellung der wabenartigen Betonfassade und der blauen Beton-Dickgläser von Gabriel Loire gehören.
Die Gedächtniskirche gehört zu den bekanntesten Wahrzeichen Berlins. Das evangelische Gotteshaus wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. Nur die Turmruine blieb erhalten und gilt seitdem als Mahnmal gegen den Krieg. Von 1959 bis 1963 wurde ein neues modernes Gebäudeensemble mit Kirchenbau, Kirchturm, Kapelle und Foyer ergänzt. In der Turmruine befindet sich seit 1987 eine Gedenkhalle, die nun ebenfalls saniert wird.