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Stefan Pimmingstorfer
Soziales
Bild Copyright: © Johannes Kienberger

OÖ-Caritasdirektor Pimmingstorfer: "Wir sind als Caritas für alle da"

28.08.2026 08:12
Österreich/Kongo/Kirche/Soziales/Hunger/Caritas
Linzer Caritasdirektor im Kirchenzeitung-Interview gegen Ausspielen von Inlands- und Auslandshilfe, über dramatische Lage im Kongo, erfolgreiche Caritas-Projekte und sein Unverständnis über Kürzungen bei der staatlichen Entwicklungshilfe
Linz, 28.08.2026 (KAP) Gegen ein Ausspielen der Caritas-Hilfe für Menschen im In- und Ausland hat sich der Linzer Caritasdirektor Stefan Pimmingstorfer verwehrt. Im Interview in der aktuellen Ausgabe der Kirchenzeitung der Diözese Linz (Freitag) sagte Pimmingstorfer: "Wir sind als Caritas für alle da. Wir helfen im Inland wie im Ausland - dort, wo die Not am größten ist. Hinter jeder Zahl steht ein Mensch - in Oberösterreich oder in Afrika. Für uns ist das kein Entweder-oder."

Der Schwerpunkt des Interviews lag auf der Republik Kongo. Pimmingstorfer berichtete über seinen jüngsten Projektbesuch vor Ort, wo fast die Hälfte aller Kinder unter fünf Jahren chronisch mangelernährt ist. Zu den Ernährungszentren in der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa sagte er: "Dort gibt es oft eine bedrückende Stille. Wenn in einem Bereich mit vielen Kindern Ruhe herrscht, ist größte Gefahr, größter Alarm. Die Kinder sind zu schwach, um sich zu bewegen, zu schreien, sich irgendwie bemerkbar zu machen. Ich habe Babys gesehen, die an Greise erinnern, wo man wirklich nur die Knochen sieht."

Genau hier komme aber die Hilfe aus Österreich an: "Ich habe kennenlernen dürfen, wie man mit einem Euro einer Spende ein Menschenleben retten kann." Die Kinder würden mit einer Spezialnahrung aufgepäppelt und medizinisch betreut, bis der Oberarmumfang beim Messen wieder im "grünen Bereich" liegt.

Die Unterstützung sei zudem nachhaltig und langfristig angelegt. Nach der stationären Phase im Ernährungszentrum gebe es für die ärmsten Familien eine wöchentliche Nachversorgung mit warmen Mahlzeiten und Lebensmittelpaketen. Parallel dazu würden die Mütter geschult. Sie lernten zum Beispiel, wie man Maniokwurzeln fermentiert und haltbar macht, um sie auf dem Markt zu verkaufen. "Die Mutter kann dann damit für sich selbst sorgen, Geld verdienen und auch wieder das Kind versorgen", erläuterte Pimmingstorfer.

Weitere wichtige Caritas-Projekte seien etwa die Bereitstellung von sauberem Trinkwasser oder die Implementierung moderner landwirtschaftlicher Techniken.

Viele Gesundheitseinrichtungen von Kirche betrieben

Im Blick auf den Ebola-Ausbruch im Osten des Landes sagte der Caritasdirektor, Kirche und Caritas würden bei der Bewältigung der Krise eine enorm wichtige Rolle spielen, "weil 45 Prozent der Gesundheitseinrichtungen von der Kirche betrieben werden". Ohne diese wäre das Land medizinisch faktisch handlungsunfähig. Die katholische Kirche genieße hohes Ansehen, "weil nur sie den Menschen wirklich hilft".

Scharfe Kritik übte Pimmingstorfer an der Kürzung der staatlichen Mittel für Entwicklungshilfe in Österreich: "Wer kürzt, riskiert die Zerstörung mühsam aufgebauter Strukturen."

Im Blick auf die Spenderinnen und Spender der Caritas betonte Pimmingstorfer, er habe sich bei seiner Reise überzeugen können, "dass die Hilfe unserer Spenderinnen und Spender dort ankommt, wo sie gebraucht wird. Wenn Menschen spenden, dann spenden sie für das Leben und die Zukunft der Menschen." (Infos und Spenden: www.caritas-ooe.at)
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