Seitenbereiche:
  • zum Inhalt [Alt+0]
  • zum Hauptmenü [Alt+1]

Hauptmenü schließen
  • Nachrichten
  • Dossier
  • Media
    • Fotos
    • Audios
    • Videos
  • Produkte
  • Redaktion
  • Impressum
  • Kontakt
  • Datenschutz & Cookies
Login
Noch kein Kunde?
Hier finden Sie unsere Produkte

Passwort vergessen?
Hauptmenü anzeigen
Produkte
Produkte
Suche
Login
Inhalt:

Ukrainischer Bischof: "Gott verlässt uns nicht"

28.08.2026 14:32
Österreich/Ukraine/Kirche/Krieg/Rjabucha/Gebet
Katholischer Exarch von Donezk, Bischof Rjabucha: Priester bleiben bei ihren Gemeinden, Jugendliche übernehmen Verantwortung und Menschen finden neu zum Glauben - Gebet für die Ukraine im Wiener Stephansdom
Wien/Kiew, 28.08.2026 (KAP) Trotz der anhaltenden Kämpfe und massiven Zerstörungen geben die Menschen im Osten der Ukraine nicht auf: Priester bleiben bei ihren Gemeinden, Jugendliche übernehmen Verantwortung und Menschen finden neu zum Glauben. Das betont Bischof Maksym Rjabucha, ukrainischer griechisch-katholischer Erzbischöflicher Exarch von Donezk, in einer Aussendung des Hilfswerks Kirche in Not (Freitag). "Trotz der Tragödie sehe ich ganz klar, dass Gott uns nicht verlässt", so Rjabucha.

Etwa die Hälfte seines Exarchats (Diözese) steht nach Angaben Rjabuchas unter russischer Besatzung. Die militärische Lage ändere sich ständig. Zugleich sei das Leben auch weiter entfernt von der Front gefährlicher geworden. Während ein Abstand von 20 Kilometern vor einem Jahr noch ein gewisses Maß an Sicherheit bedeutet habe, erreichten Drohnen und Lenkbomben auch Ziele weitab der Kampfregionen.

"Haus um Haus wird dem Erdboden gleichgemacht"

In den umkämpften Gebieten seien die Zerstörungen gewaltig. "Haus um Haus wird dem Erdboden gleichgemacht, auch Pfarrhäuser", berichtet Rjabucha. In Kostjantyniwka sei eine Kirche vollständig zerstört worden. "Kein Stein ist auf dem anderen geblieben. Das ist nur schwer zu ertragen."

Umso mehr beeindrucke ihn die Haltung seiner Priester. Viele wollten ihre Gemeinden trotz der Lebensgefahr nicht verlassen. Wenn er ihnen zur Evakuierung rate, antworteten sie: "Ich wurde für diese Menschen geweiht. Wenn ich gehe, wer wird ihre Beerdigungen feiern, Beichte hören oder die Kranken besuchen?" Für den Exarch ist das eine "heroische Treue".

Auch er selbst wolle vor allem bei den Menschen sein. Er bezeichnet sich als "Bischof des Gebets und der Begleitung": Den Krieg könne er nicht aufhalten, wohl aber zuhören, beten und Menschen in ihrer Not beistehen.

"Einsamkeit zerstört; Gemeinschaft heilt"

Besonders wichtig sei es, Menschen aus der Isolation zu holen. Rund 60 junge Menschen nahmen in diesem Jahr an einer Ausbildung zu Jugendgruppenleitern teil, außerdem fanden in den Pfarreien etwa 15 Sommerfreizeiten statt. "Einsamkeit zerstört; Gemeinschaft heilt und schenkt dem Leben neuen Sinn", erklärt Rjabucha.

Auch die Gruppe "Mütter im Gebet" sei ein Beispiel dafür. Bis zu 80 Frauen kämen zu den Treffen, um für ihre Familien, die Soldaten, den Frieden und die Zukunft der Ukraine zu beten. Weil der öffentliche Nahverkehr vielerorts ausgefallen sei, holten Priester die Frauen mit ihren Autos ab und brächten sie zu den Treffen.

"Mitten im Leiden sind viele Berufungen erwachsen"

Der Krieg stelle viele Menschen auch vor die Frage, was in ihrem Leben Halt und Sinn gebe. Das führe manche neu zum Glauben. "Mitten im Leiden sind viele Berufungen erwachsen", sagte Rjabucha. Derzeit bereiteten sich 19 Seminaristen auf den priesterlichen Dienst vor.

Trotz der anhaltenden Kämpfe blickt der Exarch mit Hoffnung auf die Zukunft. "Mit jedem Tag, der vergeht, kommen wir dem Frieden einen Schritt näher", ist er überzeugt. Wann genau dieser Frieden eintreten werde, bleibe jedoch offen. Die Kirche versuche, die Hoffnung aufrechtzuerhalten.

Ökumenisches Friedensgebet in Wien

Glaube und Hoffnung standen auch im Mittelpunkt des traditionellen Gottesdienstes zum Tag der ukrainischen Unabhängigkeit im Wiener Stephansdom. An dem Gottesdienst nahmen neben zahlreichen ukrainischen und Wiener Gläubigen u.a. auch Geistliche der Ukrainisch-katholischen und der orthodoxen Kirche teil. Allen voran Metropolit Arsenios (Kardamaklis), sein Weihbischof Maximos Rudko sowie der katholische Ostkirchen-Generalvikar Yuriy Kolasa.

Die musikalische Umrahmung lag bei der Solistin Zoryana Kushpler und dem Pfarrchor "Solea" der ukrainisch-katholischen Gemeinde in Wien. Auch der scheidende ukrainische Botschafter Vasyl Khymynets nahm teil und ergriff das Wort.

Beim Gottesdienst wurde für einen gerechten und dauerhaften Frieden in der Ukraine gebetet; ebenso für die Menschen in Gefangenschaft, für jene, die kämpfen und ihre Angehörigen.

Generalvikar Kolasa hielt wörtlich fest: "Vereinen wir uns an diesem Tag im Gebet, denn das Gebet besitzt wahrhaft große Kraft. Wir glauben fest daran, dass es stärker ist als jede Waffe. Wir glauben, dass unser Herr ein Gott des Friedens, der Liebe und des Lebens ist und dass er unsere Gebete erhören wird."
zurück

  • Impressum
  • Kontakt
  • Datenschutz & Cookies
Katholische Presseagentur Kathpress
1010 Wien, Singerstraße 7/6/2
Tel: +43 / 1 / 512 52 83


© 1947-2026 KATHPRESS - Katholische Presseagentur Österreich
nach oben springen