Street-Art-Aktion ist Teil der Jubiläumsfeiern für den Schutzpatron Italiens, der vor genau 800 Jahren in seinem Geburtsort Assisi starb
Assisi, 29.08.2026 (KAP) Zum 800. Todestag des heiligen Franz von Assisi gestalten Straßenmaler aus aller Welt ein riesiges Gemeinschaftswerk vor der Grabeskirche des Ordensgründers. An dem 50 Quadratmeter großen Bild arbeiten zwölf sogenannte Madonnari auf dem Platz der Basilika des mittelitalienischen Ortes, in der Franziskus (um 1181-1226) beigesetzt ist, wie das Portal "Visit.Assisi" berichtet. 40 weitere Künstler und Künstlerinnen schaffen ebensoviele Pflasterbilder zu Ehren des populären Heiligen.
Die Werke der Initiative "Francesco nell'arte dei Madonnari" sollen am Sonntag (30. August) um 11.30 Uhr vollendet sein und dann von den Franziskanern von Assisi gesegnet werden. Dafür werden die Madonnari die Nacht durcharbeiten; Interessierte können ihnen dabei zusehen. Die Veranstaltung ist Teil der Jubiläumsfeiern für den Schutzpatron Italiens, der am 3. Oktober 1226 in seinem Geburtsort Assisi starb.
StreetArt mit Wurzeln im 16. Jahrhundert
Madonnari - von "Madonna" - sind traditionell italienische Straßenkünstler, die sich auf religiöse Motive auf Straßen und Plätzen spezialisiert haben. Dabei verwenden sie farbige Kreide oder einfache Materialien. Die Ursprünge der Kunstform reichen bis ins 16. Jahrhundert. Heute werden auch moderne Techniken genutzt, einschließlich dreidimensionaler Perspektiv-Effekte.
Das monumentale Gemeinschaftsbild mit dem Titel "Die Vision des heiligen Franziskus" stammt von dem US-Künstler Kurt Wenner, Erfinder der dreidimensionalen Straßenkunst und künstlerischer Leiter der Veranstaltung. Es verwebt die Geschichte des Heiligen, der Stadt Assisi und die Schönheit der umbrischen Landschaft miteinander.
Drei Päpste und ein Wolf
Dargestellt sind unter anderen die Päpste Johannes Paul II., Franziskus, Leo XIV., die heilige Klara von Assisi, der heilige Carlo Acutis sowie der Wolf und andere Tiere, denen Franziskus gepredigt haben soll.
Das Werk würdigt die universelle Geschwisterlichkeit, den Frieden und die Sorge um die Schöpfung, die Franziskus in seinem berühmten Sonnengesang aufgegriffen hat. Sein typischer Gruß "Pax et Bonum" (Frieden und Heil) lade jeden Betrachter ein, diesen Segen weiterzugeben, hieß es.
Linoleum statt Straßenpflaster
Das Gemeinschaftskunstwerk entsteht nicht direkt auf dem Pflaster des Platzes, sondern auf einem speziellen Linoleum-Belag - einem natürlichen und ökologisch nachhaltigen Material, wie es hieß. Auch die 40 Einzelwerke mit einer Gesamtfläche von 220 Quadratmetern werden auf Linoleum ausgeführt, damit sie erhalten und ausgestellt werden können. In Assisi sind sie bis Dienstag (1. September) zu sehen.