Scheidender Heiligenkreuzer Abt bei Segnung von Baustelle und Klosterglocke: Wurzeln schlagen und Frucht bringen - Bernhardshof in Treppeln mit Platz für 14 Mönche
Berlin, 31.08.2026 (KAP) "Wer baut, der bleibt": Mit diesem Satz hat der Heiligenkreuzer Abt Maximilian Heim beim Richtfest für das neue Kloster-Provisorium der Zisterzienser im brandenburgischen Ort Neuzelle die Bedeutung des dortigen Bauprojekts unterstrichen. Der Bernhardshof soll ein Ort der Stille und Kontemplation werden, "in einer aktiven Welt, wo Menschen wieder neu aufatmen können". Für Abt Heim war die Feier einer der letzten öffentlichen Auftritte vor seiner Amtsniederlegung am 14. September, dem Fest der Kreuzerhöhung.
Auch seinen eigenen Rückzug stellte Heim in den Zusammenhang mit einem Wort des heiligen Bernhard von Clairvaux: "Gönne dich dir selbst!" Es könne eine Zeit kommen, in der ein Abt sage: "Ich übernehme gerne Verantwortung." Das habe er gerne getan, auch für Neuzelle. Es könne aber ebenso eine Zeit kommen, "wo dann der Abt sagt: Gönne dich dir selbst" - auch angesichts der eigenen gesundheitlichen Situation. Heim hatte seinen Rücktritt nach zwei Amtsperioden am 20. August mit einer Herzerkrankung begründet. "Ich danke Gott für beide Gnaden - für das Übernehmen wie für das Loslassen", sagte Abt Maximilian, der künftig wieder stärker in der Seelsorge und als Theologe tätig sein will.
Mehr als 500 Menschen nahmen an der Feier am 22. August in Treppeln teil, einem Ortsteil von Neuzelle mit etwas mehr als 300 Einwohnern. Der Görlitzer Bischof Wolfgang Ipolt segnete die Baustelle und die künftige Klosterglocke. Die 1954 in Apolda gegossene Glocke stammt aus der profanierten Pfarrkirche St. Michael in Schwarze Pumpe. Ihre Inschrift lautet: "Josef, in der letzten Stunde des Todes bitt für uns beim Sohne Gottes." Es sei schön, dass die Glocke nun wieder Menschen zusammenrufen werde, sagte Heim.
Der Bernhardshof ist als Übergangslösung für die seit 2017 wieder in Neuzelle lebenden Zisterzienser aus dem Stift Heiligenkreuz gedacht. 2018 wurde das Priorat offiziell errichtet. Damit kehrten nach rund 200 Jahren Unterbrechung wieder Mönche an den historischen Zisterzienserstandort zurück. Das Kloster aus dem 13. Jahrhundert ist heute eine staatliche Stiftung; die historischen Gebäude werden unter anderem als Gymnasium, Museum und Verwaltung genutzt. Die Mönche verfügen dort deshalb nur über begrenzten Wohnraum.
Unter Heim fiel auch die Entscheidung, die Neuzeller Gemeinschaft langfristig mit einem eigenen Kloster auszustatten. Rund acht Kilometer entfernt soll auf einem ehemaligen Gelände der DDR-Staatssicherheit das Kloster "Maria Friedenshort" entstehen. Wegen Verzögerungen insbesondere im Planungsrecht wurde 2023 der Bernhardshof erworben. Er soll nun als Zwischenlösung dienen und später als Gästehaus genutzt werden.
Der Vierseithof wird für rund 5,6 Millionen Euro umgebaut. Bis zu 14 Mönche sollen dort Platz finden. In einer ehemaligen Scheune entsteht eine Kapelle, im früheren Wohnhaus sind Büros und Gästezimmer vorgesehen, ein Stallgebäude wird zu Küche und Refektorium. Die Finanzierung erfolgt über Spenden; der Einzug ist für Pfingsten 2027 vorgesehen.
Heim erinnerte beim Richtfest auch an einen weiteren bereits erfolgten Meilenstein der Neuzeller Neugründung: Am 22. August 2025 hatte mit der feierlichen Profess von Pater Christoph erstmals seit 209 Jahren wieder ein Mönch in Neuzelle seine endgültige Ordensbindung abgelegt.
Abt Heim, der seit 2011 an der Spitze des Heiligenkreuzer Konvents steht, verwies auf die besondere Bedeutung des Bauens für eine Ordensgemeinschaft. Schon beim Aufbau des Zisterzienserpriorats Stiepel in Bochum habe er die Erfahrung gemacht: "Wer baut, der bleibt." Mönche hätten eine besondere Bindung an einen Ort - die "stabilitas loci", die Beständigkeit am Ort. "Wer baut, sagt Ja zur Zukunft, kann Wurzeln schlagen und Frucht bringen", sagte Heim. Zugleich gelte: "Wenn nicht der Herr das Haus baut, dann bauen wir umsonst."