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Podiumsdiskussion mit Bischof Hermann Glettler am 31. August 2026
Bildung
Bild Copyright: © Astrid Flir

Glettler: "Wenn die Hoffnung fehlt, verkümmert eine Gesellschaft"

01.09.2026 16:35
Österreich/Kirche/Gesellschaft/Soziales/Universität/Glettler
Tiroler Bischof diskutierte bei "Innsbrucker Theologischen Sommertagen" zum Thema "Optimismus oder Hoffnung?"
Innsbruck, 01.09.2026 (KAP) Mit einem Plädoyer für ein Mehr an Hoffnung in Zeiten grassierender Trostlosigkeit haben am Montag die heurigen "Innsbrucker Theologischen Sommertage" begonnen. Die Sommertage stehen heuer unter dem Titel "Optimismus oder Hoffnung? Wie wir in Krisen bestehen". Einen ersten Höhepunkt bildete am Montagabend ein Podiumsgespräch, an dem u.a. der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler teilnahm. Er unterstrich die gesellschaftliche Bedeutung der Hoffnung: "Wenn die Hoffnung fehlt, dann verkümmert eine Gesellschaft und wird aggressiv", mahnte der Tiroler Bischof. "Wenn diese innere Kraft der Hoffnung fehlt, die nicht produzierbar, die nicht machbar ist, dann gibt es eine Neigung, das Schwere zu verdrängen, gleichgültig werden zu lassen oder auszublenden."

Christliche Hoffnung müsse daher auch von bloßer Zuversicht oder Optimismus unterschieden werden, da sie sich der "Trostlosigkeit" der Welt stelle und dazu motiviere, diese auszuhalten. "Jeder wirkliche Hoffnungsweg beginnt in diesem Aushalten in der Erfahrung der Ohnmacht", so Glettler. Hoffnung im christlichen Sinne halte die Ohnmacht aus "im gleichzeitigen Wissen, dass daraus etwas Neues entstehen kann".

Am Podium saß außerdem u.a. der neue Innsbrucker Pastoraltheologe Prof. Andree Burke, der im Vorfeld der Diskussion einen Vortrag hielt. Christliche Hoffnung fordere "Wachsamkeit und Aufmerksamkeit für das Hier und Jetzt" und sei klar von Zuversicht im Sinne von "Es wird alles gut" zu unterscheiden, sagte auch Burke. Christliche Hoffnung ziele vielmehr auf "den, der die Zukunft schenkt".

Auf einen konkreten Weg, mit diesen Hoffnungsperspektiven umzugehen, verwies die Tiroler Klinikseelsorgerin Agnes Hackl beim Podiumsgespräch. Rituale seien etwa solche konkreten Mittel, um das Unsagbare zur Sprache zu bringen. In Momenten der Sprachlosigkeit vermögen Rituale zu benennen, was Worte nicht fassen, so Hackl. Die Künstlerin Carmen Brucic setzt mit ihrer Arbeit genau hier an: Sie sucht künstlerische Formen, die Erfahrungen Ausdruck verleihen, für die es keine Worte gibt.

Weitere Vortragende und Mitwirkende der "Innsbrucker Theologischen Sommertage" waren heuer Nikolaus Wandinger, Wilhelm Guggenberger, Winfried Löffler, Mira Stare, P. Martin Hasitschka, Willibald Sandler, Elisabeth Sandler, Andreas Vonach, Claire Geyer, Liborius Lumma, Bernhard Kathrein-Wieser und Sarah Pieslinger. Sie referierten und diskutierten dabei u.a. Fragen, wie christliche Hoffnung die Erwartung an ein gutes Leben glaubhaft machen kann, und worin sich christliche Hoffnung von Optimismus unterscheidet.

Eine Publikation der Beiträge soll unter dem Titel "Optimismus oder Hoffnung? Wie wir in Krisen bestehen" folgen. (www.uibk.ac.at/de/theol/intheso/)
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