Kirche startet mit zahlreichen Personalwechseln in den Herbst
01.09.202616:32
(zuletzt bearbeitet am 01.09.2026 um 17:11 Uhr)
Österreich/Kirche/Personal
Neue Leitungen in mehreren Diözesen - Wechsel auch bei Missio Österreich, im Jerusalemer Pilger-Hospiz und in Ordensgemeinschaften
Wien, 01.09.2026 (KAP) In Österreichs Diözesen, kirchlichen Einrichtungen und Ordensgemeinschaften ist der Beginn des Arbeitsjahres am 1. September ein traditioneller Termin für Personalwechsel - auf regionaler Ebene wie auch in Spitzenfunktionen. Neue Leitungen gibt es unter anderem in der Diözese Graz-Seckau, der Erzdiözese Wien und der Diözese Eisenstadt. Auch bei den Päpstlichen Missionswerken in Österreich, in einigen Ordensgemeinschaften sowie an der Katholischen Privat-Universität Linz kommt es zu Wechseln. Mehrere langjährige Verantwortungsträger gehen zugleich in Pension oder geben ihre Funktionen ab.
In der Erzdiözese Wien übernahm Andreas Kaiser das Amt des Generalvikars und folgte damit auf Nikolaus Krasa, der die Funktion mehr als 15 Jahre innehatte. Der 54-jährige Kaiser leitete zuletzt den Pfarrverband Am Jakobsweg im Weinviertel und war Dechant des Dekanats Stockerau. Ebenfalls mit September wechselte die Leitung der Wiener Öffentlichkeitsarbeit: Benedikt Neumayer, bisher Leiter der digitalen Kommunikation im Wirtschaftsministerium, folgte als Pressesprecher und Leiter des Amtes für Öffentlichkeitsarbeit auf Michael Prüller (65), der nach 15 Jahren als Kommunikationschef in den Ruhestand ging. Erzbischof Josef Grünwidl wurde zudem bereits im Juli zum Ordinarius der katholischen Ostkirchen in Österreich ernannt und folgte damit Kardinal Christoph Schönborn nach. Die feierliche Amtseinführung findet am 14. September statt.
Graz-Seckau: Neues Leitungsmodell im Generalvikariat
In der Diözese Graz-Seckau ist seit 1. September ein neues Leitungsmodell für das Generalvikariat in Kraft. Weihbischof Johannes Freitag und Lukas Grangl übernehmen die Verantwortung gemeinsam an der Stelle von Erich Linhardt, der in die Funktion des Bischofsvikars für Caritas wechselt. Freitag ist als Generalvikar für pastorale Themen und die Beschäftigten zuständig, Grangl als Diözesandirektor für Ressourcen, Steuerung und Organisation sowie das Laienpersonal. Das Modell orientiert sich unter anderem an Erfahrungen aus ausländischen Diözesen und an der seit 2020 in der Steiermark praktizierten gemeinsamen Verantwortung in den Seelsorgeräumen.
Auch das Grazer Domkapitel wird noch im Herbst neu zusammengesetzt. Mit 24. September werden Anton Herk-Pickl, Alois Kowald und Thorsten Schreiber zu Domkapitularen ernannt. Anton Rindler wird Ehrendomherr. Zugleich scheiden Bernhard Körner und Franz Neumüller als Domkapitulare aus.
Eisenstadt: Caritas und Dompfarre in neuer Hand
In der Diözese Eisenstadt übernahm mit 1. September Norbert Filipitsch zusätzlich zu seinen bisherigen Aufgaben das Amt des Bischofsvikars für Caritas und die Leitung der diözesanen Caritas. Filipitsch wird auch neuer Dom- und Stadtpfarrer von Eisenstadt. Sein Amtsvorgänger Achim Bayer bleibt wegen einer schulischen Verpflichtung noch bis Februar 2027 als Pfarrvikar tätig. Mit Ende August haben zudem die Kalasantiner-Kongregation und die Gemeinschaft der Schwestern der Jüngersuche ihre Niederlassungen in der Eisenstädter Dompfarre aufgelöst.
In der Diözesanverwaltung gibt es ebenfalls mehrere Wechsel: Johannes Moravitz ist seit August neuer Direktor des Schulamtes und Diözesanbeauftragter für das katholische Privatschulwesen. Ulrike Klein-Schweifer übernimmt interimistisch die Leitung des Gymnasiums der Diözese.
Salzburg: Wechsel im Seelsorgeamt
In Salzburg hat ein Wechsel an der Spitze des Seelsorgeamtes bereits mit 1. August stattgefunden. Martin Seidler, zuvor Leiter des erzbischöflichen Büros und Sekretär von Erzbischof Franz Lackner, folgte auf Lucia Greiner, die das Seelsorgeamt seit 2017 geleitet hatte und in Pension ging. Seidler leitet das Amt gemeinsam mit Birgit Esterbauer-Peiskammer und Johannes Wiedecke. Im Dezember folgt zudem Martin Winkler als Chefredakteur des "Rupertusblatts" auf Ingrid Burgstaller.
Linz: Domkapitel und Theologische Fakultät
In der Diözese Linz wurde bereits mit 1. Juli das Domkapitel neu geordnet: Johann Hintermaier übernahm als Dompropst von Wilhelm Vieböck, der aus Altersgründen aus dem Kapitel ausschied. Hintermaiers bisherige Funktion als Domkustos übernahm Slawomir Dadas. Mit 1. September gab es auch einen Wechsel an der Spitze der theologischen Fakultät der Katholischen Privat-Universität (KU) Linz: Andreas Graßmann, seit 2023 Professor für Kirchenrecht an der Universität, folgte als Dekan auf die bisherige Dekanin Klara Csiszar, die inzwischen Vizerektorin ist. Seine dreijährige Amtszeit läuft bis August 2029.
Feldkirch und St. Pölten
In der Diözese Feldkirch kam es mit 1. September zu einem Wechsel an der Spitze der Dompfarre: Thomas Heilbrun übernahm als Pfarrmoderator die Leitung von Fabian Jochum. Jochum, der die Dompfarre mehrere Jahre geleitet hatte und auch Diözesanjugendseelsorger war, wurde zum Moderator der Seelsorgeregion Vorderland mit ihren neun Pfarren ernannt. In der Diözese St. Pölten ist seit 1. September der bisherige Assistent des Ordinariatskanzlers, Felix Deinhofer, Vizekanzler des Bischöflichen Ordinariats.
Innsbruck: Neue Vizekanzlerin und Kommunikation
In der Diözese Innsbruck gibt es mit Stephanie Marberger eine neue Vizekanzlerin, und auch die Kommunikation befindet sich in einem Wechsel: Nach dem Ausscheiden von Fiona Zöhrer mit 31. August und einer interimistischen Leitung durch Michael Gstaltmeyr folgt ab 1. Oktober Elisabeth Berger-Rudisch. Bereits seit Juni ist Norbert Zur stellvertretender Generalvikar. Das Bischöfliche Priesterseminar der Diözesen Innsbruck und Feldkirch wird interimistisch vom Jesuiten P. Markus Schmidt geleitet.
Missio und Jerusalemer Hospiz
Bundesweit relevant ist der Wechsel an der Spitze von Missio Österreich. Der Innsbrucker Priester Johannes Laichner trat mit 1. September die fünfjährige Amtszeit als Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke an. Er folgt auf den Zisterzienserpater Karl Wallner, der Missio Österreich seit 2016 leitete. Laichner war zuletzt Missio-Diözesandirektor in Innsbruck und gibt mit dem Wechsel nach Wien auch seine bisherigen pastoralen Aufgaben in Tirol ab.
Auch das Österreichische Pilger-Hospiz in Jerusalem erhielt mit 1. September einen neuen Rektor. Franz Xaver Brandmayr, bisher Dompropst von Wiener Neustadt, übernahm die Leitung des ältesten nationalen Pilgerhauses im Heiligen Land, die zuletzt interimistisch Lucas Maier innehatte. Der 70-Jährige war zuvor zwölf Jahre Rektor des päpstlichen Instituts Santa Maria dell'Anima in Rom.
Neue Spitzen bei Ordensgemeinschaften
Auch bei den katholischen Orden stehen im Herbst wichtige Wechsel an. Im Zisterzienserstift Heiligenkreuz legt Abt Maximilian Heim am 14. September nach 16 Jahren an der Spitze der Gemeinschaft sein Amt zurück. Der 65-Jährige will die Leitungsverantwortung nach zwei Amtsperioden infolge einer Herzerkrankung übergeben und künftig stärker in Seelsorge und Theologie tätig sein. Die mehr als 80 stimmberechtigten Mönche werden anschließend für drei Jahre einen Administrator wählen.
Bei den Don Bosco Schwestern übernimmt am 8. September Sr. Maria Maul erneut die Leitung der deutschsprachigen Provinz. Die 62-jährige Pädagogin und Theologin war bereits von 2014 bis 2020 Provinzleiterin und folgt auf Sr. Petra Egeling. Die österreichischen Salesianer Don Boscos werden seit 15. August von P. Peter Rinderer geleitet. Der 39-jährige Tiroler folgte als Provinzial auf P. Siegfried Kettner und übernahm die sechsjährige Amtszeit.