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Papst Leo XIV. bei der Generalaudienz am 5. August 2026 im Petersdom im Vatikan.
Kirche
Bild Copyright: © Vatican Media/Romano Siciliani/KNA

Papst ermutigt katholische Minderheit in Nahost zu aktiver Rolle

03.09.2026 15:16
Vatikan/Papst/Kirche/Nahost/Afrika/Arabien
Leo XIV. traf im Vatikan mit Mitgliedern der von Kardinal Pizzballa geleiteten "Lateinischen Bischofskonferenz in den Arabischen Regionen" zusammen - Papst an Bischöfe: "Seid Stimme der Wahrheit, der Gerechtigkeit und des Friedens"
Vatikanstadt, 03.09.2026 (KAP) Papst Leo XVI. hat die geistlichen Führer der römisch-katholischen Minderheit im Nahen Osten ermutigt, sich trotz Krieg und Gewalt weiter für Dialog und Frieden unter den Religionen einzusetzen. Der Papst äußerte sich am Donnerstag bei einem Treffen mit den Bischöfen der "Lateinischen Bischofskonferenz in den Arabischen Regionen" (CELRA) im Vatikan.

Der Einzugsbereich der Konferenz reicht von Ägypten über das Heilige Land und die Arabische Halbinsel bis in den Irak. In all diesen Ländern sind Christen östlicher Riten zahlenmäßig stärker vertreten als die des westlichen Ritus. Letztere sind aber oft finanziell und organisatorisch vergleichsweise gut ausgestattet. Leiter der regionalen Bischofskonferenz ist der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Kardinal Pierbattista Pizzaballa.

Moderne Märtyrer als Vorbilder

In seiner Ansprache erinnerte der Papst an die Christen in der Region, die in jüngster Zeit etwa im Jemen, im Irak und in Syrien Opfer von Gewalt und Verfolgung wurden. Ihre Treue zum Glauben bleibe ein leuchtendes Vorbild für die christliche Minderheit und mache Mut, weder der Furcht noch der Resignation nachzugeben.

Weiter sagte der Papst: "Habt keine Angst, weil ihr so wenige seid. Die Fruchtbarkeit der Kirche misst sich nicht in Zahlen, Strukturen und Ressourcen, sondern in der Treue zum Evangelium." Der Wert der kleinen Ortskirchen liege nicht in Machtstreben oder in gewaltsamen Antworten auf gewaltsame Angriffe. Vielmehr begegneten sie der Gewalt mit Nächstenliebe.

Zeigen, dass Friede möglich ist

"Inmitten von Gesellschaften, die von Konflikten und Spaltungen geprägt sind, sollen eure Gemeinden zeigen, dass es möglich ist, gemeinsam zu leben, zu dienen und zu hoffen." Dies gelte für Pfarren, Schulen, Krankenhäuser und Sozialeinrichtungen.

Mit Nachdruck rief Leo XIV. die römisch-katholische Minderheit im Nahen Osten auf, sich für den Dialog unter den Kirchen und Riten sowie für den interreligiösen Dialog mit den Muslimen und anderen Religionen einzusetzen. Er betonte: "Dialog bedeutet nicht, die eigene Identität zu verleugnen, sondern sie ohne Furcht vor Begegnung zu leben. Wo der Krieg Misstrauen gesät hat, kann jede Geste der Wertschätzung, der Zusammenarbeit und des Respekts ein Schritt zu Versöhnung und Frieden sein."

Weiter sagte der Papst: "Ihr seid nicht berufen, alle Probleme eurer Länder zu lösen, sondern dem Evangelium und dem euch anvertrauten Volk treu zu sein. Sucht nicht vor allem Erfolg und Anerkennung, sucht die Treue. Seid Stimme der Wahrheit, der Gerechtigkeit und des Friedens."

Auch Treffen mit Parolin

Die Mitglieder der CELRA hielten in den vergangenen Tagen ihre Jahresversammlung in Rom ab. Dabei berieten die Teilnehmer über lokale Herausforderungen und eine engere Zusammenarbeit. Vertreten sind Bischöfe aus dem Nahen Osten und dem Horn von Afrika, aus Nordafrika sowie von der Arabischen Halbinsel.

Die katholischen Bischöfe der arabischen Regionen tauschten sich zudem mit hochrangigen Kurienvertretern über die Situation ihrer Ortskirchen aus. Wie das arabisch-christliche Portal "Abouna" berichtete, trafen die Kirchenvertreter unter anderem mit dem päpstlichen Chefdiplomaten Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin zusammen.
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