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Hilfsgüter-Sammlung für Venezuela in der Wiener Pfarre St. Josef
Bild Copyright: © Daniela Fierro

Venezolanische Community in Österreich setzt Erdbebenhilfe fort

04.09.2026 12:38
Österreich/Venezuela/Erdbeben/Hilfsorganisation/Kirche
Koordinatorin Fierro: Erste Hilfslieferung aus Wien ist angekommen und wurde an Caritas Venezuela übergeben - Unterstützung geht weiter
Wien/Caracas, 04.09.2026 (KAP) Rund zweieinhalb Monate nach dem schweren Erdbeben in Venezuela vom 24. Juni 2026 setzt die venezolanische Community in Österreich ihre Hilfsmaßnahmen für die Betroffenen fort. Eine Anfang Juli in Wien gesammelte Lieferung mit Medikamenten, medizinischen Hilfsmitteln, Hygieneartikeln, Babynahrung und haltbaren Lebensmitteln ist inzwischen in Venezuela angekommen und wurde an Caritas Venezuela übergeben. Von dort soll die Hilfe an besonders betroffene Menschen verteilt werden. Das teilte die Koordinatorin der Initiative, Daniela Fierro, am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur Kathpress mit.

Die Sammlung war Anfang Juli gestartet worden. Freiwillige sortierten und kontrollierten die Spenden, erstellten Inventarlisten und bereiteten die Lieferung für den Transport vor. Das Hilfswerk Barmherzigkeit International unterstützte den Transport von Wien nach Madrid, von dort wurde die Lieferung mit Unterstützung der Fluglinie Iberia und der Organisation Mano a Mano nach Venezuela gebracht. Die Pfarre St. Josef in Wien stellte mit Unterstützung von Kaplan Denis Cardinaux von der spanischsprachigen Gemeinde ihre Räume für die Sammlung und Vorbereitung der Spenden zur Verfügung.

Die Hilfslieferung habe die venezolanische Community in Österreich geeint und sei auch ein Zeichen der Verbundenheit mit den Menschen in der Heimat gewesen, sagte die Koordinatorin. Zahlreiche Privatpersonen, Freiwillige, Pfarren und Organisationen hatten sich an der Aktion beteiligt, und diese gehe weiter: "Unsere Arbeit endet nicht mit der Ankunft der Lieferung", betonte Fierro. Noch verbliebene Geldmittel aus der ersten Aktion sollen gemeinsam mit Einkünften aus weiteren geplanten Aktivitäten und Hilfsprojekten ebenfalls für die Erdbebenhilfe verwendet werden und an Hilfswerke gehen, die sich vor Ort für die unmittelbar Betroffenen einsetzen.

Die Lage der Betroffenen der Naturkatastrophe bleibt unterdessen vielfach unklar. Die venezolanische Menschenrechtsorganisation PROVEA forderte zuletzt weiterhin aktuelle offizielle Angaben zu den Opferzahlen. Der letzte veröffentlichte Stand vom 24. August nennt 6.509 Tote und 226.696 Verletzte. Seitdem seien die Zahlen trotz anhaltender Arbeiten im Zusammenhang mit der Katastrophe nicht mehr aktualisiert worden. Auch belastbare Angaben über weiterhin Vermisste - Medienberichten zufolge sind es an die 29.500 - und Menschen, die ihre Wohnungen verloren haben oder in prekären Verhältnissen leben, fehlten.

Die Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 hatten am 24. Juni vor allem im Bundesstaat La Guaira neben den vielen Todesopfern und Vermissten auch schwere materielle Schäden verursacht und zigtausenden Menschen ihre wirtschaftliche Lebensgrundlage genommen. Auch kirchliche Einrichtungen wurden beschädigt oder zerstört. In den betroffenen Gebieten begleiten Priester, Ordensleute und Freiwillige weiterhin Familien, die Angehörige verloren haben oder auf Unterstützung angewiesen sind, berichtete am Donnerstag das Hilfswerk Kirche in Not (ACN).
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