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Belgrad: Mladic wird in orthodoxer Kirche aufgebahrt

04.09.2026 14:24
Serbien/Konflikte/Leute/Orthodoxe/Kriegsverbrechen
Verehrung für Kriegsverbrecher sorgt für Streit
Belgrad/Podgorica, 04.09.2026 (KAP/KNA) Kurz vor der Beerdigung von Ratko Mladic in Belgrad wirft die große Verehrung des verurteilten Kriegsverbrechers Fragen auf. Wie die Nachrichtenagentur KNA meldet, berichtete am Freitag das Nachrichtenportal "klix.ba" aus Bosnien und Herzegowina, vor der Beerdigung am Montag werde der Leichnam des als "Schlächter des Balkan" bekannten Kriegsverbrechers für dreieinhalb Stunden in einer orthodoxen Kirche in der serbischen Hauptstadt Belgrad aufgebahrt. Bereits für Samstag sei eine Gedenkfeier im Haus der Armee geplant. Nach der Aufbahrung gebe es eine Trauerfeier mit anschließendem Trauerzug zum Friedhof.

Zahlreiche serbische Politiker hätten ihre Teilnahme an der Beerdigung des verstorbenen 84-Jährigen in Belgrad angekündigt. Dabei habe Serbien aufgrund der Ehrung und Verherrlichung des verurteilten Kriegsverbrechers bereits strenge Warnungen von höchster europäischer Ebene erhalten: Die EU-Kommissarin für Erweiterung, Marta Kos, betonte, dass Ratko Mladic ein verurteilter Kriegsverbrecher gewesen sei, der eine lebenslange Haftstrafe verbüßte, und dass solche Schritte die europäische Integration des Landes untergraben würden.

"Die Verherrlichung von Ratko Mladic als Kriegsverbrecher widerspricht grundlegenden europäischen Werten und hat weder in der Europäischen Union noch in Ländern, die eine Mitgliedschaft anstreben, etwas zu suchen. Ich hoffe, dass sich die Regierung in Belgrad bewusst ist, was auf dem Spiel steht", erklärte Kommissarin Kos. Auch habe der tschechische Europaabgeordnete Ondrej Kolar angekündigt, die EU-Kommissarin für Erweiterung zu bitten, die Aussetzung der EU-Beitrittsverhandlungen mit Serbien in Erwägung zu ziehen.

Das serbischsprachige Nachrichtenportal "analitika" aus Montenegro berichtete am Samstag von der Verehrung Mladis durch die serbisch-orthodoxe Kirche: Metodije, Metropolit der Eparchie Budimljanska-Niksic, habe einen Gedenkgottesdienst für den verurteilten Kriegsverbrecher abgehalten und ihn als "einen der Großen des serbischen Volkes" bezeichnet, "einen Mann, der alles gegeben und geopfert hat".

Am Ende hätten Armee und Volk in Mladic "nicht nur einen großen Serben und einen Menschen erkannt, der des Respekts würdig ist, sondern sie haben in ihm all jene wunderbaren und heiligen Eigenschaften der heiligen serbischen Krieger und Ritter erkannt", fügte Metodije hinzu. Der Metropolit ergänzte, Mladics Seele möge "in die Reihen aller heiligen serbischen Ritter" aufgenommen werden.

Mladic war am 27. August im Alter von 84 Jahren in einem UN-Gefängniskrankenhaus in Den Haag gestorben. In der Haftanstalt hatte er eine lebenslange Freiheitsstrafe für Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord während des Bosnienkriegs verbüßt. Als General in der bosnischen Teilrepublik Srpska hatte er neben dem Srebrenica-Massaker auch eine führende Rolle bei der Belagerung der Hauptstadt Sarajevo über fast vier Jahre gespielt. Nationalistische Kräfte und einige ethnische Serben verehren Mladic bis heute als Volkshelden.
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