Wissenschaftlicher Leiter Newerkla zieht Positiv-Bilanz: 120 Stipendiaten diskutierten über Fragen der Transformation - Thema 2027: Farben
Wien, 05.09.2026 (KAP) Eine positive Bilanz zur heurigen Sommerakademie der Studienstiftung "Pro Scientia" hat deren wissenschaftlicher Leiter, der Wiener Slawist und Sprachwissenschaftler Prof. Stefan Michael Newerkla, im Gespräch mit Kathpress gezogen. Rund 120 der derzeit etwa 140 Stipendiatinnen und Stipendiaten nehmen an der von 31. August bis 6. September in Raabs an der Thaya/NÖ stattfindenden Akademie zum Thema "Transformation" teil. Neu im Programm sind heuer unter anderem ein offener Reflexionsabend, ein Gesprächsnachmittag zum Thema "Künstliche Intelligenz" und Wissenschaft sowie ein Taizé-Gebet und eine künstlerische Matinee zum Abschluss. Für 2027 wählten die Studierenden bereits das Jahresthema "Farben".
Ziel sei es gewesen, den heute häufig sehr allgemein für Veränderung gebrauchten Begriff der Transformation genauer auszuleuchten, sagte Newerkla gegenüber Kathpress. Transformation meine nicht bloß Wandel, sondern einen fundamentalen Übergang "in eine andere Gestalt oder einen anderen Zustand". Das Programm solle unterschiedliche Bedeutungsräume miteinander verbinden. Am Ende müssten nicht alle dasselbe denken, sollten aber durch die Begegnung mit anderen Disziplinen neue Perspektiven gewonnen haben.
Die Sommerakademie bildet den Höhepunkt der Semesterarbeit von "Pro Scientia". Die Teilnehmenden kommen aus Geistes- und Sozialwissenschaften, Rechts-, Natur- und Wirtschaftswissenschaften, Lehramtsstudien sowie künstlerischen Fächern. Gerade die Kunst sei zu einem immer wichtigeren Bestandteil der Akademie geworden, erklärte Newerkla. Neben Vorträgen gibt es Arbeitskreise, Workshops und Breakout-Sessions, die von den Stipendiatinnen und Stipendiaten selbst gestaltet werden, sowie ein vielfältiges Rahmenprogramm.
Mehr Raum für Reflexion
Neu eingeführt wurde heuer ein offener Gesprächsabend zur Halbzeit der Woche. Ebenfalls erstmals fand gegen Ende der Woche anstelle einer klassischen Podiumsdiskussion ein Gesprächsnachmittag über Handlungsspielräume und Verantwortung zum Thema "Künstliche Intelligenz" und Wissenschaft statt. Die Stipendiaten konnten dabei von eigenen Fragen und Betroffenheiten ausgehen. Auch das spirituelle Programm wurde erweitert: Neben dem Eröffnungsgottesdienst findet zum Abschluss am Sonntag erstmals ein Taizé-Gebet statt. Damit werde dem Wunsch nach stärkerer ökumenischer Offenheit Rechnung getragen.
"Pro Scientia" ist konfessionsübergreifend ausgerichtet und als öffentliche Studienstiftung offen für Studierende unterschiedlicher religiöser und weltanschaulicher Hintergründe. Auch Alumni sind in die Akademie eingebunden. Eine von den Stipendiaten selbst gestaltete künstlerische Matinee reflektiert die Woche unter anderem in Bildern, Musik, Worten und Bewegung.
Inhaltlich begann die Sommerakademie bewusst mit grundlegenden Fragen. Der Münchner Theologe und Sozialethiker Ivo Frankenreiter sprach über Transformationsethik und die Frage, wie über Wandel angemessen nachgedacht werden kann. Weitere Referenten waren u.a. der Politikwissenschaftler Ulrich Brand, die Direktorin des Zentrums für Krebsforschung an der MedUni Wien, Maria Sibilia, die Gründungsdirektorin des Hauses der Geschichte Österreich, Monika Sommer, der Oxford-Jurist Jeremias Adams-Prassl zur Transformation der Arbeitswelt durch KI sowie der Historiker Philipp Ther. Insgesamt umfasst das Programm 14 wissenschaftliche Vorträge, sieben Arbeitskreise, neun Workshops, eine Exkursion und mehrere Gesprächsformate.
"Pro Scientia" besteht seit 1966 und entstand auf Initiative katholischer Hochschulseelsorger im Umfeld der Österreichischen Bischofskonferenz. Seit knapp fünf Jahren ist "Pro Scientia" Teil der Innovationsstiftung für Bildung (ISB) und als öffentliche Studienstiftung organisiert. Mit Mitteln der ISB, der Bischofskonferenz, weiterer kirchlicher und privater Förderer können laut Newerkla jährlich bis zu 150 Studierende unterstützt werden. Neben einem Bücher- und Bildungsgeld und regelmäßigen Treffen zum interdisziplinären Austausch gehören wissenschaftliche Veranstaltungen und die Sommerakademie zu den zentralen Bestandteilen des Programms. (Infos: www.proscientia.at)