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Ordensspital warnt vor unbemerkten Sehschwächen bei Kindern

05.09.2026 14:27
Österreich/Bildung/Schule/Kind/Medizin & Gesundheit
Barmherzige Brüder Linz zum Schulstart: Gutes Sehen wichtige Voraussetzung für Lernen - Eltern sollten auf bestimmte Anzeichen achten und Augen regelmäßig kontrollieren lassen
Linz, 05.09.2026 (KAP) Mit dem Schulbeginn steigen auch die Anforderungen an die Augen von Kindern. Lesen, Schreiben, das Abschreiben von der Tafel oder die Orientierung im Raum setzen gutes Sehen voraus. Sehschwächen würden bei Kindern allerdings häufig spät erkannt, weil sie ihre eigene Wahrnehmung nicht mit jener anderer vergleichen könnten, warnt Primar Peter Reinelt, Leiter der Augenabteilung am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Linz, in einer aktuellen Aussendung.

"Ein Kind, das nicht ausreichend scharf sieht, muss sich beim Lesen, Schreiben oder Abschreiben wesentlich stärker anstrengen", erklärte Reinelt. Dies könne zu rascher Ermüdung, Konzentrationsproblemen oder Kopfschmerzen führen. Mitunter entstehe dadurch der Eindruck, ein Kind sei unaufmerksam oder habe Schwierigkeiten beim Lernen, obwohl die Ursache möglicherweise an den Augen liege.

Besonders schwer zu erkennen seien Einschränkungen, wenn nur ein Auge betroffen ist. Das besser sehende Auge könne die Schwäche teilweise ausgleichen. Auch Schwierigkeiten beim räumlichen Sehen oder beim Sehen in der Ferne würden von Kindern selbst häufig nicht angesprochen. Eine nicht rechtzeitig erkannte Fehlsichtigkeit oder ein Schielen könne zudem während der Entwicklung zu einer bleibenden Sehschwäche führen. "Je früher eine Sehstörung erkannt wird, desto besser sind in der Regel die Behandlungsmöglichkeiten", betonte der Augenmediziner.

Mögliche Warnsignale beachten

Eltern sollten laut Reinelt unter anderem aufmerksam werden, wenn Kinder beim Blick in die Ferne die Augen zusammenkneifen, Bücher oder Bildschirme sehr nahe halten, beim Lesen häufig die Zeile verlieren, ungewöhnlich langsam lesen oder über Kopfschmerzen, brennende Augen oder starke Müdigkeit klagen. Auch häufiges Augenreiben, auffälliges Blinzeln, eine schiefe Kopfhaltung, das Abdecken eines Auges, Schielen oder Schwierigkeiten beim Einschätzen von Abständen könnten Hinweise sein. Wiederkehrende gerötete oder tränende Augen sowie eine ungeklärte Verschlechterung von Konzentration oder schulischen Leistungen sollten ebenfalls ärztlich abgeklärt werden.

Eine der häufigsten Fehlsichtigkeiten im Schulalter ist laut den Barmherzigen Brüdern die Kurzsichtigkeit. Kinder sehen dabei in der Nähe meist gut, entfernte Gegenstände wie die Schrift an der Tafel jedoch unscharf. Neben einer familiären Veranlagung würden intensive Naharbeit und wenig Aufenthalt im Freien als mögliche beeinflussbare Faktoren diskutiert.

"Augenpause" alle 20 Minuten

Reinelt empfiehlt deshalb regelmäßige Pausen bei längerer Bildschirm- oder Naharbeit und ausreichend Zeit im Freien. Als Orientierung könne die "20-20-20-Regel" dienen: Nach etwa 20 Minuten Naharbeit solle der Blick für mindestens 20 Sekunden in rund sechs Meter Entfernung gerichtet werden. Auch ein gut beleuchteter Arbeitsplatz könne die Augen entlasten.

"Gutes Sehen ist nicht nur für den Lernerfolg wichtig", so Reinelt. Es beeinflusse die gesamte Entwicklung eines Kindes - von Motorik und Orientierung bis zur sozialen Interaktion. Der Schulbeginn sei daher ein sinnvoller Anlass, auch auf die Augengesundheit zu achten.
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