"Tiefgreifende Ungerechtigkeit", dass Nepalesen hohen Preis für Lebenssstil der Industrieländer bezahlen müssen
Kathmandu, 05.09.2026 (KAP) Nach den schweren Überschwemmungen und Erdrutschen in Nepal mit mehr als 1.100 Toten und Tausenden Vermissten fordert die Leiterin der Caritas Nepal, Schwester Cecilia Durga Shrestha, mehr internationales Engagement gegen die Folgen des Klimawandels. Es sei eine "tiefgreifende Ungerechtigkeit", dass Menschen, die nur wenig zur Klimakrise beigetragen hätten, besonders stark von deren Folgen betroffen seien. "Unsere Menschen bezahlen mit ihrem Leben für die Verschmutzung der Welt", so die Ordensfrau in einer Videobotschaft anlässlich der kirchlichen "Schöpfungszeit".
Nepal verursacht laut Shrestha weniger als 0,1 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen. Dennoch leide das Land stark unter den Folgen des Klimawandels. Die Caritas-Präsidentin verwies auf Warnungen internationaler Experten vor den zunehmenden Risiken durch die Gletscherschmelze im Himalaya. "Die vom Menschen verursachte Erderwärmung und die Zerstörung der Bergwelt haben Naturkatastrophen verschärft", so die Ordensfrau dazu.
Entschlossene internationale Hilfen für die am meisten von den Auswirkungen des Klimawandels betroffenen Länder seien unbedingt vonnöten, sagte die Caritas-Leiterin. Die Industriestaaten müssten ihre Klimazusagen in konkrete Maßnahmen umsetzen, darunter mehr Klimafinanzierung sowie Unterstützung bei Anpassung, Katastrophenvorsorge und Wiederaufbau. "Die Menschen in Nepal sollten nicht mit ihrem Leben für eine Krise bezahlen müssen, zu der sie so wenig beigetragen haben", betonte Shrestha.
Die Katastrophe ereignete sich am 26. August im Grenzgebiet zu China. Nach Angaben der nepalesischen Katastrophenschutzbehörde werden rund 4.500 Menschen vermisst, etwa 12.000 konnten gerettet werden. Tausende Familien verloren Häuser, Land, Eigentum und ihre Lebensgrundlagen. Das genaue Ausmaß der Schäden werde noch ermittelt.
Vorrang habe nun der Schutz der Vertriebenen. Die Regierung müsse sichere Flächen für Notunterkünfte und gegebenenfalls dauerhafte Umsiedlungen bereitstellen. Zudem seien Maßnahmen zur Wiederherstellung der Lebensgrundlagen sowie für Rehabilitation und Wiederaufbau nötig. Nepal ist dabei auf internationale Unterstützung angewiesen.
Caritas Nepal leistet humanitäre Hilfe und unterstützt die Behörden unter anderem bei Versorgung, Koordination und der Mobilisierung lokaler Gemeinschaften. Verteilt werden Lebensmittel, Wasser- und Hygienehilfen sowie weitere dringend benötigte Güter. Zugleich bereitet man laut Shrestha einen widerstandsfähigeren Wiederaufbau vor.