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Gemähte Wiesen im Mostviertel
Landwirtschaft
Bild Copyright: © Kathpress / Pernsteiner

Bischof an Bauern: Schöpfungsbewahrung "geistlicher Auftrag"

06.09.2026 17:35
Österreich/Kirche/Agrar/Umwelt/Wetter/Dürre/Landwirtschaft/Bauernbund
Weihbischof Freitag bei Bauernbundwallfahrt in Mariazell: Trockenheit zeigt Verletzlichkeit des Menschen auf - Bäuerliche Lebensweise erinnert an "Verwaltertätigkeit"
Mariazell, 06.09.2026 (KAP) Die Bewahrung der Schöpfung ist nach den Worten von Weihbischof Johannes Freitag ein "geistlicher Auftrag" und keine bloße politische Forderung. Gerade die Landwirtschaft erfahre unmittelbar, dass der Mensch nicht alles in der Hand habe, sagte Freitag am Sonntag bei der Wallfahrt des Steirischen Bauernbundes nach Mariazell. Die aktuelle Trockenheit zeige die Verletzlichkeit der Natur und die enge Verbindung von Mensch, Schöpfung und Zukunft.

"Kaum ein Beruf bringt uns der Wirklichkeit so nahe wie die Landwirtschaft", sagte der Weihbischof im Festgottesdienst in der Mariazeller Basilika. Bauern könnten säen, pflegen, arbeiten und planen, "aber wachsen lassen können wir nicht". Dafür brauche es Sonne und Regen sowie das Zusammenspiel vieler Kräfte, die der Mensch nicht beherrschen könne.

Freitag bezeichnete die bäuerliche Lebensweise als einen besonderen geistlichen Schatz: Sie erinnere daran, dass der Mensch nicht Herr der Schöpfung, sondern ihr "verantwortlicher Verwalter" sei. "Wir leben nicht aus uns selbst, wir leben von dem, was uns geschenkt wird", sagte er. Gerade angesichts der Trockenheit werde deutlich, wie verletzlich die Welt sei. Die Bewahrung der Schöpfung dürfe daher nicht auf ein politisches Schlagwort reduziert werden.

Hoffnung nicht wetterabhängig

Zugleich würdigte der Weihbischof die Leistungen bäuerlicher Familien. Sie sorgten für Lebensmittel, pflegten Kulturlandschaften, stärkten Gemeinschaften im ländlichen Raum und übernähmen Verantwortung oft über Generationen hinweg.

Die Wallfahrt nach Mariazell sei mehr als eine Tradition, betonte Freitag. Die Teilnehmer brächten ihre Sorgen um Familien, Höfe und Dörfer ebenso mit wie Fragen nach der Zukunft der Landwirtschaft, dem Klimawandel und dem ländlichen Raum. Die Jungfrau Maria, der die Basilika in Mariazell geweiht ist, könne dabei ein Vorbild des Vertrauens sein. Auch sie habe nicht alles verstanden, ihr Leben aber in Gottes Hände gelegt und ihren Weg Schritt für Schritt zurückgelegt.

Die christliche Hoffnung hänge nicht allein vom Wetter, von Marktpreisen oder Prognosen ab, sagte Freitag: "Unsere Hoffnung hat einen Namen: Jesus Christus." Wie die Erde auf Regen warte, brauche auch das menschliche Herz Gottes Nähe. Wo Vertrauen wachse, Menschen zusammenstünden und füreinander gebetet werde, könne neues Leben entstehen.

Auch Niederösterreichs Bauern pilgern

Die Steirische Bauernbundwallfahrt fand heuer zum 25. Mal statt. Sie begann mit einem Wallfahrerfrühstück in Gußwerk, anschließend machten sich die Fußwallfahrer auf den Weg nach Mariazell. Den Festgottesdienst gestaltete der Voitsberger Bäuerinnenchor musikalisch, Prior Maximilian Thaler aus Stift Wilten und Chorherr Ewald Nathanael Donhoeffer aus Stift Schlägl waren unter den Konzelebranten.

Auch der Niederösterreichische Bauernbund veranstaltet im September eine Wallfahrt nach Mariazell. Die 80. NÖ Bauernbundwallfahrt findet am 19. und 20. September statt. Den Festgottesdienst am Sonntag wird Bischof Alois Schwarz feiern, die Wallfahreransprache hält der frühere Landeshauptmann Erwin Pröll.
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