Seitenbereiche:
  • zum Inhalt [Alt+0]
  • zum Hauptmenü [Alt+1]

Hauptmenü schließen
  • Nachrichten
  • Dossier
  • Media
    • Fotos
    • Audios
    • Videos
  • Produkte
  • Redaktion
  • Impressum
  • Kontakt
  • Datenschutz & Cookies
Login
Noch kein Kunde?
Hier finden Sie unsere Produkte

Passwort vergessen?
Hauptmenü anzeigen
Produkte
Produkte
Suche
Login
Inhalt:

AfD-Erfolg in Sachsen-Anhalt löst Sorge und Entsetzen aus

06.09.2026 22:36
Deutschland/Wahl/Gesellschaft/Politik/Kirche
Als rechtsextrem eingestufte Partei mit 44 Prozent nur knapp von Alleinregierung entfernt - Kirchen, jüdische Vertreter und Migrantenorganisationen warnen vor Folgen für Demokratie und Zusammenhalt
Berlin, 06.09.2026 (KAP/KNA) Mit Sorge und Entsetzen haben Vertreter von Kirchen, Judentum und Migrantenorganisationen auf den Erfolg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt reagiert. Die in dem Bundesland gesichert rechtsextreme Partei kam auf 44 Prozent, verfehlte aber nach bisherigen Hochrechnungen die absolute Mehrheit. Der evangelische Landesbischof Friedrich Kramer reagierte mit Bedauern: "Damit werden wir uns auseinandersetzen müssen. Es zeigt sehr klar, dass ein Riss tief durch die Gesellschaft geht", sagte er am Sonntagabend laut einem Bericht der Nachrichtenagentur KNA im ARD-Brennpunkt. Die Regierungsbildung werde nun schwer.

Er forderte, dass eine künftige Regierung die Menschenwürde, das Recht und Minderheiten schützen müsse. Wichtig sei jetzt, zu schauen, wie man wieder zusammenkomme: "Das wird schwierig. Und gleichzeitig geht es vielleicht auch leichter, wenn die Erregung ein bisschen runterkommt." Kramer sagte: "Wir beten auch für unsere Feinde."

AfD erstarkt, CDU abgestürzt

Bei der Landtagswahl kommt laut einer Hochrechnung von infratest dimap die AfD auf 44 Prozent, die CDU auf 17,8 Prozent, die SPD auf 9,1 Prozent, die Linken auf 8,8 Prozent, die Grünen auf 8,7 Prozent und das BSW auf 5,1 Prozent. Damit hätte die AfD keine Mehrheit für eine Alleinregierung. Das BSW hatte als einzige signalisiert, die in Sachsen-Anhalt gesichert rechtsextreme AfD punktuell zu unterstützen. Die Wahlbeteiligung lag bei über 76 Prozent.

Der Zentralrat der Juden zeige sich schockiert über das Wahlergebnis: "Eine als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Partei ist in einem deutschen Bundesland nur knapp von der Alleinregierung entfernt", sagte Präsident Josef Schuster. Er sei persönlich entsetzt. "Über die letzten Monate war klar ersichtlich, welche Ziele die AfD verfolgt. Wer sie heute gewählt hat - trotz oder wegen dieser Ziele - trägt die Verantwortung für dieses Ergebnis." Der Schaden, den die AfD "jetzt anrichten würde, wenn sie in Verantwortung gelangt, ist immens".

"Das macht mir Angst"

Charlotte Knobloch (93), Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, sagte: "Dass Rechtsextreme in Deutschland in dieser Art wieder Wahlen gewinnen, das hätte ich mir in meinen schlimmsten Albträumen nicht vorstellen können." Das hohe Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt sei ein Zeichen dafür, dass "die Statik der Demokratie in unserem Land nicht mehr funktioniert - und ich sage ganz offen: Das macht mir Angst."

Der Dachverband der Migrantenorganisationen in Ostdeutschland warnte vor Ausgrenzung und Rassismus. Viele Menschen erlebten Unsicherheit: "Darauf braucht es konkrete politische Antworten. Gleichzeitig darf die Lösung nicht darin bestehen, gesellschaftliche Gruppen gegeneinander auszuspielen oder Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Religion oder Einwanderungsgeschichte zu stigmatisieren", erklärte der Verband in Halle. Menschen mit Migrationsgeschichte seien ein selbstverständlicher Teil Sachsen-Anhalts.

Risiken auch für Wirtschaft

Der Digitalverband Bitkom sieht durch das Wahlergebnis potenziell negative Folgen für die Wirtschaft. "Die digitale Wirtschaft lebt von Offenheit, Vielfalt und internationaler Zusammenarbeit. Unternehmen investieren dort, wo sie gute Bedingungen vorfinden und Fachkräfte aus dem In- und Ausland willkommen sind", erklärte Präsident Ralf Wintergerst. Sachsen-Anhalt müsse ein Land bleiben, in dem Menschen aus aller Welt gerne lebten und arbeiteten, Unternehmen investieren und neue Technologien entstehen könnten.
zurück

  • Impressum
  • Kontakt
  • Datenschutz & Cookies
Katholische Presseagentur Kathpress
1010 Wien, Singerstraße 7/6/2
Tel: +43 / 1 / 512 52 83


© 1947-2026 KATHPRESS - Katholische Presseagentur Österreich
nach oben springen