Diözese Graz-Seckau: Neues Leitungsduo will Laien stärken
07.09.202611:27
Österreich/Kirche/Personalien/Diözesen/Reformen
Generalvikar Freitag und Direktor Grangl im "Kleine Zeitung"-Interview über Stärkung der Kirche vor Ort als zentrale Aufgabe
Graz, 07.09.2026 (KAP) Mehr Verantwortung für Laien in den Pfarren gehört zu den Anliegen des neuen Leitungsduos im Generalvikariat der Diözese Graz-Seckau. Seit September ist Weihbischof Johannes Freitag als Generalvikar für pastorale Themen und die Beschäftigten zuständig, Lukas Grangl als Direktor für Organisation, Ressourcen und Steuerung sowie das Laienpersonal. Im Hinblick auf die aktuellen Herausforderungen der katholischen Kirche - Mitgliederschwund, Priestermangel oder Kritik am Zölibat - brauche es ein neues Kirchenbild, das Laien mehr Verantwortung einräumt, erklärten die beiden im Interview mit der "Kleinen Zeitung" (7. September).
"Gott schenkt der Ortskirche die Berufungen, die notwendig sind", so Freitag. Vielfach herrsche aber noch ein Kirchenbild wie vor 200 Jahren, das für jede Pfarre einen Pfarrer vorsieht, der für alle Belange zuständig ist, so Freitag, der sich auch für die Möglichkeit verheirateter Priester aussprach. Als weltweite Glaubensgemeinschaft brauche es jedoch ein gemeinsames Vorangehen in dieser Frage.
"Pfarre wird für mich dort lebendig, wenn die Gläubigen vor Ort Kirche sind - wohlgemerkt ohne die Präsenz eines Priesters auszuschließen", sagte der Weihbischof. Es brauche daher mehr Mut, Verantwortung an Menschen zu geben, "die Gott gerufen hat", verwies Freitag etwa auf Begräbnis- oder Wortgottesdienstleiterinnen und -leiter.
Die Ressourcen seien vorhanden, erklärten Freitag und Grangl. "Wir müssen sie vielleicht neu ordnen und neu mit Schwerpunkten versehen", sagte der Weihbischof. Für Grangl hängt die Ressourcenfrage direkt mit der Seelsorge zusammen, "weil sie uns zeigt, was im Bereich Ressourcen wirklich wichtig ist", so der studierte Theologe und Rechtswissenschaftler. Entscheidungen des Generalvikariats müssten sich daher daran orientieren, wie eine qualitätsvolle Seelsorge vor Ort gewährleistet und Kirche für die Menschen da sein könne.
Die Doppelspitze im Generalvikariat ist in dieser Form österreichweit einzigartig. Das neue Leitungsmodell wurde nach der Beschäftigung mit vier unterschiedlichen Modellen in Deutschland entwickelt. Daraus entstand ein eigenes Modell einer Doppelspitze mit Freitag als Generalvikar und Grangl als Direktor. Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl gibt dabei die Richtung vor, während das Leitungsteam für die operative Umsetzung verantwortlich ist.
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