Papst besucht erneut eine ihm wichtige Marienikone
07.09.202619:38
Italien/Vatikan/Papst/Kirche
Leo XIV. betete im Heiligtum der "Mutter vom Guten Rat" in Genazzano bei Rom - Papst von Bewohnern des Provinzstädtchens begeistert gefeiert
Rom/Genazzano , 07.09.2026 (KAP) Zum zweiten Mal in seinem Pontifikat ist Papst Leo XIV. am Montagabend nach Genazzano bei Rom gefahren und hat dort vor der Ikone der "Mutter vom Guten Rat" gebetet. Bereits am 10. Mai 2025, zwei Tage nach seiner Papstwahl, war er in das 50 Kilometer östlich von Rom gelegene Städtchen gefahren.
Beim Gottesdienst am Vorabend des kirchlichen Feiertags Mariä Geburt sagte der Papst nun in seiner Predigt, die Madonna vom Guten Rat habe ihn während seines ganzen Lebens "mit ihrer mütterlichen Gegenwart, mit ihrer Weisheit und mit dem Beispiel der Liebe für ihren Sohn begleitet, der stets das Zentrum meines Glaubens ist".
Der Friede als Geschenk Gottes
Er verband seine Ausführungen über Maria mit dem inständigen Wunsch nach Frieden und rief die Gläubigen auf, den Frieden anzunehmen und ihm zu dienen. Der Friede sei "das Geschenk Gottes, das Werk des Heiligen Geistes. Lassen wir den Frieden in uns wachsen. Er wird in der Welt sprießen. Und die Mutter vom Guten Rat wird uns in dieser Mission begleiten."
Die Rückkehr des Papstes nach 16 Monaten wurde von den Bewohnern des Provinzstädtchens begeistert gefeiert. Sie begrüßten ihn mit Jubel und Beifall und mit Spruchbändern, auf denen das Wort "Bentornato" (Willkommen zurück) zu lesen war.
Eine lange Verehrungsgeschichte
Die Verehrung der Muttergottes hat in Genazzano eine lange Geschichte. Das Gemälde von der "Mutter vom Guten Rat" soll auf wundersame Weise an der Wand einer unvollendeten Kirche erschienen sein. Engel, so die Überlieferung, hätten es nach Genazzano getragen. Das war im Jahr 1467.
Nach dem plötzlichen Auftauchen der Ikone, die das Jesuskind in inniger Umarmung mit seiner Mutter zeigt, gab es weitere Wunder. Zahlreiche Pilger berichteten nach Gebeten vor dem Bild von Heilungen, Bekehrungen oder anderen außergewöhnlichen Ereignissen. Die ursprüngliche Kirche wurde nicht fertiggestellt. Stattdessen entstand für das Gnadenbild ein größeres Gotteshaus: das Santuario della Madre del Buon Consiglio, das bis heute vom Augustinerorden betreut wird. Die Ikone befindet sich hinter dicken Gitterstäben, eingelassen in einen goldenen Altar im linken Kirchenschiff.
Viele Päpste pilgerten nach Genazzano
Gemälde in der Basilika zeigen prominente Gäste, die vor dem Gnadenbild beteten. Mutter Teresa war da, ebenso wie Don Bosco und der Ordensgründer der Steyler Missionare, Arnold Janssen. Seit jeher kommen auch die Päpste aus dem rund 50 Kilometer entfernten Rom zu Besuch. Benedikt XVI. war da, Johannes Paul II. und Johannes XXIII. ebenfalls, und - überraschend nur zwei Tage nach seiner Wahl - Leo XIV. Ein Fresko in der Kirche zeigt nun auch ihn im Gebet.
Laut Vatican News besuchte der heutige Papst das Heiligtum in Genazzano schon in seinen Studienjahren in Rom Anfang der 1980er-Jahre und Jahrzehnte später regelmäßig, als er Generalprior der Augustiner in Rom war. Die "Mutter des guten Rates" ist auch Patronin der Augustiner-Ordensprovinz von Chicago, woher der Papst stammt.
Seit dem 15. Jahrhundert zieht eine kleine Marienikone Pilger und Päpste in das Städtchen Genazzano nahe Rom - Der aktuelle Papst hat zu ihr eine ganz besondere Beziehung - Am 7. September wird Leo XIV. erneut im Heiligtum der Mutter vom Guten Rat erwartet - Von Kathpress-Rom-Korrespondentin Severina Bartonitschek