273 Millionen Kinder und Jugendliche weltweit ohne Schulzugang - 739 Millionen Menschen ab 15 Jahren ohne grundlegende Lese- und Schreibfähigkeiten - Missio und Jugend Eine Welt unterstützen Bildungsprojekte im Globalen Süden
Wien, 08.09.2026 (KAP) Während für Kinder und Jugendliche in Österreich der Weg in ihre Klassenzimmer eine Selbstverständlichkeit sei, haben weltweit Millionen Kinder und Jugendliche keinen Zugang zu Bildung. 2024 waren nach Angaben der UNESCO weltweit 273 Millionen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene nicht in der Schule. Darauf haben die Hilfswerke Missio Österreich und Jugend Eine Welt zum Weltalphabetisierungstag am Dienstag (8. September) aufmerksam gemacht, die Bildungsprojekte im Globalen Süden unterstützen. Zugleich verfügten 2024 weltweit rund 739 Millionen Menschen ab 15 Jahren nicht über grundlegende Lese- und Schreibfähigkeiten.
Besonders betroffen von Analphabetismus seien Mädchen und Frauen in Süd- und Westasien sowie in Subsahara-Afrika, wiesen die Päpstlichen Missionswerke hin. Die Gründe dafür seien vielfältig. Gerade in Ländern des Globalen Südens verhinderten Armut, fehlende Bildungsmöglichkeiten und weite Schulwege, dass Kinder regelmäßig eine Schule besuchen könnten.
Bildung für Mädchen und Frauen
In mehreren Ländern Afrikas und Asiens unterstützt Missio Österreich Bildungsprojekte für Kinder und setzt dabei einen besonderen Schwerpunkt auf die Förderung von Mädchen. In der pakistanischen Stadt Lahore entsteht derzeit etwa eine von Missio geförderte Schule für 300 Mädchen. Auch Frauen, die als Kinder nie die Möglichkeit hatten, lesen und schreiben zu lernen, stehen im Fokus der Projektarbeit. In der tansanischen Stadt Musoma unterstützt Missio Österreich erwachsene Frauen, die bislang kaum Zugang zu Bildung hatten.
Auch Jugend Eine Welt verwies auf die Bedeutung von Bildung als Weg aus der Armut. Armut, Kinderarbeit, fehlende Schulen, Konflikte, Flucht und soziale Ausgrenzung gehörten zu den Hauptgründen dafür, dass Kinder und Jugendliche im Globalen Süden keine Bildung erhalten. Die von Jugend Eine Welt unterstützten Projekte setzen nach Angaben des Hilfswerks an diesen Problemen an. "Bildung bedeutet nicht nur, lesen, schreiben und rechnen zu lernen. Sie bedeutet, die eigenen Fähigkeiten zu entdecken, Selbstvertrauen zu entwickeln und eine echte Chance auf ein selbstbestimmtes Leben zu bekommen", betonte Heiserer.
Überzeugungsarbeit bei Eltern
Eine wichtige Aufgabe der Projektpartner sei dabei auch die Überzeugungsarbeit bei Eltern, erklärte Jugend-Eine-Welt-Geschäftsführer Reinhard Heiserer. "Manchmal geht es den Familien so schlecht, dass sie es sich schlichtweg einfach nicht leisten können, ihre Kinder in die Schule zu schicken. Damit meine ich nicht nur mögliche Schulkosten, sondern auch die Tatsache, dass die Kinder mit ihrer Arbeit zum finanziellen Überleben beitragen müssen", so Heiserer. In anderen Fällen fehle Eltern das Bewusstsein dafür, dass Bildung für ihre Kinder einen Weg aus der Armut eröffnen könne.
Die Projektpartner von Jugend Eine Welt begleiten Kinder und Jugendliche nach Möglichkeit auf ihrem gesamten Bildungsweg nach dem Vorbild ihres Patrons Don Bosco. Das Angebot reicht laut Hilfswerk von Vorschulförderung und Alphabetisierungskursen über Brücken- und Nachhilfekurse bis hin zu Schulen, Berufsausbildung und Arbeitsvermittlung. Auch Gesundheit, Ernährung, Kinderschutz und die Zusammenarbeit mit Familien seien Teil der Projekte.
Jugend Eine Welt setzt sich zudem als Bündnispartner der Initiative "Kinderarbeit stoppen!" gemeinsam mit anderen Organisationen für Kinderrechte, gerechte Lieferketten und ein Ende ausbeuterischer Kinderarbeit ein. (Infos: www.jugendeinewelt.at; www.kinderarbeitstoppen.at)