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Kardinal Schönborn (Mitte) in Kosice
Ostkirchen
Bild Copyright: © Erzdiözese Wien / Schimmerl

Schönborn besuchte Ostslowakei - Gebet an Grenze zur Ukraine

08.09.2026 11:46
Slowakei/Österreich/Kirche/Katholiken/Ostkirchen/Schönborn
Jahrzehntelang auch für Gläubige der katholischen Ostkirchen in Österreich verantwortlicher Wiener Kardinal war in Kosice, Presov und im Wallfahrtsort Klokocov zu Gast - Patroziniums-Feier in griechisch-katholischer Kathedrale Mariä Geburt in Kosice
Wien/Kosice/Presov, 08.09.2026 (KAP) Kardinal Christoph Schönborn hat das Patrozinium der griechisch-katholischen Kathedrale Mariä Geburt in Kosice gefeiert. Der emeritierte Wiener Erzbischof war von 4. bis 7. September auf Einladung des griechisch-katholischen Eparchen Erzbischof Cyril Vasil in der Ostslowakei zu Gast. Begleitet wurde Schönborn von Erzpriester Yuriy Kolasa, dem Generalvikar des Ordinariats für die Gläubigen der katholischen Ostkirchen in Österreich.

Der Besuch führte den Kardinal auch an die slowakisch-ukrainische Grenze. In der griechisch-katholischen Pfarre Vysné Nemecké informierte er sich über die Hilfe für Menschen, die seit Beginn des russischen Angriffskrieges aus der Ukraine geflohen sind. Am Grenzübergang betete Schönborn für die Menschen in der Ukraine und um Frieden. Eine weitere Station war der Marienwallfahrtsort Klokocov, wo ihm Erzbischof Vasil die Geschichte des Ortes und der verehrten Ikone der Gottesmutter erläuterte.

Am Montag traf Schönborn in Kosice den römisch-katholischen Erzbischof Bernard Bober, Vorsitzender der Slowakischen Bischofskonferenz. Anschließend reiste er nach Presov weiter, wo ihn Metropolit Jonás Maxim, das Oberhaupt der griechisch-katholischen Kirche der Slowakei, empfing. Dabei wurden dem Wiener Kardinal Reliquien der seligen griechisch-katholischen Bischöfe Pavol Peter Gojdic (1888-1960) und Vasil Hopko (1904-1976) überreicht, die während der kommunistischen Verfolgung für ihre Treue zu Christus und zur katholischen Kirche schwer gelitten hatten.

Auf Gottes Verheißung vertrauen

Bei der festlichen bischöflichen Göttlichen Liturgie am Sonntag in Kosice stellte Schönborn die Bedeutung des Glaubens und der Jungfrau Maria in den Mittelpunkt. "Glauben heißt Vertrauen", sagte der Kardinal. Ausgangspunkt seiner Predigt war die Menschwerdung Christi, die "das Herz unseres Glaubens" sei: "Gott ist Mensch geworden." Zugleich verwies Schönborn auf die rund dreißig Jahre des verborgenen Lebens Jesu in Nazareth. Maria habe eine große Verheißung erhalten, danach aber lange Zeit ein unspektakuläres Alltagsleben geführt. "Arbeiten, schlafen, beten, kochen. Und nichts ändert sich", beschrieb Schönborn diese Jahre. "Es ist wie unser normales Leben. Maria hat gelebt wie wir."

Gerade darin liege ihre Bedeutung für die Gläubigen. Maria habe trotz Krankheit, Leid und alltäglicher Sorgen darauf vertraut, dass sich Gottes Verheißung erfüllen werde. "Selig bist du, weil du geglaubt hast", zitierte Schönborn die biblischen Schilderungen zu Elisabeth. Maria sei deshalb "unsere Begleiterin im täglichen Leben". Auch die weltweite Marienverehrung erklärte er aus diesem Vertrauen: "Warum sehen wir zu Maria? Weil sie geglaubt hat und weil wir glauben wollen." Maria kenne Not und Leid und zeige, "wie wir mit Jesus leben können".

Drei Jahrzehnte Ostkirchen-Ordinarius

Schönborn erinnerte zudem an seine jahrzehntelange Verbundenheit mit den katholischen Ostkirchen. 30 Jahre lang war er Ordinarius für deren Gläubige in Österreich. Dabei habe er erlebt, "wie viel die Kirche in Österreich gewonnen hat durch die Gläubigen der katholischen Ostkirchen".

Der Kardinal hatte das 1995 übernommene Amt des Ordinarius für Österreichs Ostkirchen auch nach seiner Emeritierung als Wiener Erzbischof Anfang 2025 zunächst weiter ausgeübt. Dem Ordinariat gehören inzwischen mehr als 20.000 Gläubige und rund 35 Seelsorgestellen an.

Im Juli 2026 ernannte Papst Leo XIV. Josef Grünwidl, Schönborns Nachfolger im Amt des Wiener Erzbischofs, auch zum neuen Ostkirchen-Ordinarius. Die offizielle Amtseinführung findet am 14. September mit einer Göttlichen Liturgie im byzantinischen Ritus im Wiener Stephansdom statt. Kardinal Schönborn wird unmittelbar im Anschluss im ungarischen Máriapócs am mehrtägigen Jahrestreffen der katholischen Ostkirchen-Bischöfe Europas teilnehmen, das der Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) organisiert.
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