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Vatikan veröffentlicht Vorschläge zur Kommunikation in der Kirche

08.09.2026 16:07
Vatikan/Kirche/Synodalität/Kommunikation
Empfehlungen zu mehr Kooperation der Diözesen mit Orden und geistlichen Bewegungen sowie zum verstärkten Einbezug der Diözesen bei Ad-limina-Besuchen durch die Bischöfe
Vatikanstadt, 08.09.2026 (KAP) Der Vatikan hat Vorschläge für einen besseren Austausch in den Ortskirchen sowie zwischen den Ortskirchen und der Zentrale in Rom veröffentlicht. Die Vorschläge wurden von zwei Arbeitsgruppen erarbeitet, die Papst Franziskus (2013-2025) am Rand der Weltsynode (2021-2024) eingerichtet hatte. Das vatikanische Synodensekretariat veröffentlichte die Empfehlungen der Studiengruppen 6 und 7 am Dienstag.

In den Diözesen wird eine bessere Kooperation zwischen den Diözesen auf der einen Seite und Orden sowie geistlichen Bewegungen auf der anderen Seite vorgeschlagen. Bei der Kommunikation mit Rom geht es darum, dass die Bischöfe vor und nach ihren Ad-limina-Besuchen im Vatikan stärker als bisher ihre Diözesen einbeziehen sollen. Jede Bischofskonferenz der Welt ist gehalten, turnusmäßig im Vatikan Bericht über ihre jeweilige Ortskirche zu erstatten.

Die Vorschläge der Kommissionen richten sich an die zuständigen Dikasterien im Vatikan und an den Papst. Wann und wie sie in verändertes Kirchenrecht umgesetzt werden, ist noch nicht entschieden.

In den Diözesen führen Orden und geistliche Gemeinschaften bislang oft ein eher separates Leben. Das gilt vor allem dann, wenn sie kirchenrechtlich direkt dem Papst unterstellt sind. Die Studiengruppe 6 schlägt nun vor, dass es in jeder Diözese eine Kontaktperson für Orden und andere kirchenrechtliche Sondergemeinschaften geben soll. Zudem soll es künftig verbindliche Kriterien für die Anerkennung geistlicher Gemeinschaften geben.

Außerdem schlägt die Kommission verbindliche Vereinbarungen zwischen Diözesen und religiösen Instituten über Auftrag, Ausbildung, Gleichstellung der Geschlechter, Vergütungen und Vermögensverwaltung vor. Ferner sollen Schlichtungsgremien für Konfliktfälle geschaffen werden.

Weitere Vorschläge sind das Erstellen von Richtlinien zur pastoralen Zusammenarbeit und zu den verfügbaren Ressourcen, die Anwesenheit von Delegierten der Orden und Gemeinschaften in den Bischofskonferenzen sowie eine Vertretung von Ordensleuten und Laien in Entscheidungsgremien.

Im Abschlussbericht der Studiengruppe 7 geht es um das Thema der Ad-limina-Besuche der Bischöfe in Rom. Auch hier sollen Orden und geistliche Gemeinschaften besser eingebunden werden. Vor allem aber soll der Charakter dieser Besuche grundlegend verändert werden. Es soll nicht mehr nur um Fragen der internen Verwaltung der Ortskirche gehen, sondern um einen echten Dialog zwischen den Ortskirchen und dem Vatikan.

Vor einem Ad-limina-Besuch soll jeder Bischof in seiner Diözese künftig eine breite Beteiligung der Gläubigen am Bericht über den Zustand der Diözese ermöglichen. Die Ergebnisse in den Diözesen sollen dann in der jeweiligen Bischofskonferenz diskutiert werden.

Zudem soll jeder Bischof eine Delegation von Gläubigen mit nach Rom nehmen, damit auch diese Termine "synodaler" werden. Nach dem Rombesuch soll dann der Bischof gemeinsam mit der Delegation in der Ortskirche über die Ergebnisse berichten. Bislang wurden Inhalte und Verlauf dieser Besuche oft intransparent gehandhabt.
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