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Vor Diakonweihe im Grazer Dom: Krautwaschl-Plädoyer für Miteinander

10.09.2026 10:33
Österreich/Kirche/Gesellschaft/Religion/Diakonweihe/Krautwaschl
Ehemaliger Malermeister wird am Sonntag im Grazer Dom zum Diakon geweiht - Bischof Krautwaschl: "Ohne das Miteinander geht nichts; schon gar nicht in unserer komplexen Welt"
Graz, 10.09.2026 (KAP) Für mehr Miteinander in einer "Gesellschaft, die von Selbstbestimmung geprägt ist" plädiert der steirische Bischof Wilhelm Krautwaschl. "Wir sind aufeinander verwiesen und wir sind aufeinander angewiesen", erklärte der Bischof anlässlich der Diakonweihe am kommenden Sonntag (13. September) im Grazer Dom. Geweiht wird der ehemalige Malermeister und Theologe Erwin Url, der nach einem schweren Arbeitsunfall das Theologiestudium begann und dem "inneren Ruf, den priesterlichen Weg einzuschlagen" folgte, wie es in einer Aussendung der Diözese Graz-Seckau heißt.

"Niemand von uns ist vollkommen. Ohne das Miteinander geht nichts; schon gar nicht in unserer komplexen Welt", so der Grazer Diözesanbischof, der u. a. auf den Ursprung des Begriffs Diakon aus dem Altgriechischen (diákonos; dt. Diener, Helfer, Bote) verwies. Und weiter: "Diener, Diakon, zu sein ist eine wesentliche Voraussetzung, um Gemeinschaft zu ermöglichen."

Durch die Weihe werde der Diakon "zu einem lebendigen Zeichen dafür, dass wir als Einzelne unsere Berufung zum Menschsein dann ernst nehmen, wenn wir uns nicht abschließen, sondern an einer Gemeinschaft mitbauen, ohne die niemand von uns existieren kann".

Malermeister, Theologe, Diakon

Erwin Url stammt aus Mettersdorf am Saßbach, wo er nach der Pflichtschule den Malerberuf erlernt, sich zum Malermeister weiterbildet und schließlich einen Betrieb führt. In Folge eines schweren Arbeitsunfalls sowie Umschulung zum Buchhalter und Bilanzbuchhalter sei die Gewissheit gewachsen, "dass etwas Wesentliches fehlt", wird der Priesterkandidat zitiert. Es folgte schließlich die Entscheidung zum Theologiestudium und der "innere Ruf, den priesterlichen Weg einzuschlagen", hieß es. Url absolvierte zudem ein Praktikumsjahr in Stainz und Bad Gams sowie verschiedene pastorale Dienste, etwa in der Krankenhausseelsorge und der Gefängnisseelsorge.

Diakone können im Auftrag des Bischofs bzw. des zuständigen Ortspfarrers Wort-Gottes-Feiern, Segnungen, Prozessionen und Begräbnisse leiten, predigen, taufen, kirchlichen Trauungsfeiern vorstehen sowie alten und kranken Menschen die hl. Kommunion bringen. Nicht ermächtigt sind Diakone dazu, heilige Messen zu feiern oder das Bußsakrament sowie die Krankensalbung zu spenden.

Für unverheiratete Weihekandidaten ist die Diakonweihe mit dem Zölibatsversprechen verbunden und eine meist einjährige "Durchgangsstufe" zur Priesterweihe. Seit 1968 können verheiratete, bewährte Männer mit Zustimmung ihrer Ehefrau zum Ständigen Diakon geweiht werden. Diese Ständigen Diakone übernehmen das Diakonat auf Lebenszeit.
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