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Vortrag zur Eröffnung der Salzburger Hochschulwochen am 4. August 2025
Bild Copyright: © Kathpress / Henning Klingen

Soziologe Joas eröffnet Franz-von-Assisi-Symposion in Graz

11.09.2026 16:57
Österreich/Wissenschaft/Geschichte/Religion/Philosophie/Leute/Orden
Wissenschaftliche Tagung zum 800. Todestag des Heiligen - Fragen nach Begegnung, Universalismus und gesellschaftlicher Verantwortung im Mittelpunkt
Graz, 11.09.2026 (KAP) Der renommierte Soziologe und Sozialphilosoph Hans Joas eröffnet am 8. Oktober in Graz ein Symposium zum 800. Todestag des heiligen Franz von Assisi. Unter dem Titel "Begegnung leben. Franz von Assisi für die Welt heute" geht die zweitägige Veranstaltung der Frage nach, welche Impulse das franziskanische Erbe für gesellschaftliche, ökologische und religiöse Herausforderungen der Gegenwart geben kann. Joas spricht zum Auftakt über "Universalismus. Weltherrschaft und Menschheitsethos".

Das von der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Graz und der Franziskanerprovinz Austria veranstaltete Symposium nimmt unter anderem soziale Gerechtigkeit, Schöpfungsverantwortung, Ökumene, interreligiösen Dialog und friedliches Zusammenleben in den Blick - sowie eben den Universalismus. Franz von Assisi gehört nach Angaben der Veranstalter zu den Gestalten der Kirchengeschichte, deren Wirkung weit über das Christentum hinausreicht. Untersucht werden soll, wie seine Spiritualität und sein Verständnis von Begegnung für Fragen der Gegenwart fruchtbar gemacht werden können.

Joas beschäftigt sich in seinem Vortrag mit der historischen Entwicklung universalistischer Vorstellungen und deren Verhältnis zu religiösen und philosophischen Traditionen sowie zu politischen und imperialen Machtstrukturen. In einem 2025 erschienenen Buch verfolgt er die Entwicklung des Gedankens, dass moralische Maßstäbe für alle Menschen gelten sollen, von der sogenannten "Achsenzeit" über Judentum und Christentum bis zu neuzeitlichen und außereuropäischen Traditionen. Auch für die Auseinandersetzung mit dem Erbe von Franziskus ist dieser Zugang relevant.

Das Programm am Freitag, 9. Oktober, beginnt mit Vorträgen von Sr. Anna Elisabeth Rifeser über Begegnungserfahrungen des Franziskus und dem Brixner Theologen Martin Lintner über Franziskus und die Tiere im "Sonnengesang". Workshops beschäftigen sich unter anderem mit Franziskus und der "Mitwelt", Franziskus und den Frauen sowie dem "Sonnengesang". Am Nachmittag folgen Vorträge von Wolfgang Palaver über den Blick auf gegenwärtige Krisen mit Franziskus sowie von Bernd Hillebrand über franziskanische Geschwisterlichkeit und soziale Verbundenheit.

Weitere Workshops widmen sich Franziskus in der Wahrnehmung Luthers und der Reformation, der Bedeutung von Schöpfungsverantwortung für die Bildungsarbeit sowie Erfahrungen in Seelsorge und Kloster. Den Abschluss bildet ein Musikvortrag von Harald Haslmayr über Franziskus als Inspirationsquelle für die Musik. Veranstaltet wird das Symposium von Thomas Gremsl, P. Andreas Holl, P. Willibald Hopfgartner, Siegfried Kager, Alois Kölbl, Katharina Pyschny, Michaela Sohn-Kronthaler und Roman Werner.

Das Symposium setzt eine seit 2008 bestehende Zusammenarbeit der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Graz mit der Franziskanerprovinz Austria fort. Ziel der Kooperation ist die Verbindung wissenschaftlicher Theologie mit franziskanischer Spiritualität, Philosophie und Theologie. Frühere Veranstaltungen widmeten sich unter anderem dem Heiligen, Ritualen, Medizin und Menschenbild sowie dem Verhältnis franziskanisch inspirierter Frauen und Männer zum Nationalsozialismus. (Infos und Anmeldung: https://franziskaner.uni-graz.at/de/symposium-2026-programm)
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