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Bischof Josef Marketz
Wallfahrt
Bild Copyright: © Sonntagsblatt/Gerd Neuhold

Marketz legt Polizisten Güte und Menschlichkeit ans Herz

12.09.2026 10:43
Österreich/Kirche/Polizei/Religiöses Ereignis/Wallfahrt/Marketz
Kärntner Bischof bei Bundespolizeiwallfahrt nach Mariazell mit 650 Teilnehmenden: "Wie Dienst professionell tun, ohne innerlich hart zu werden?
Mariazell, 12.09.2026 (KAP) Aufgabe der Polizei ist es, für Recht und Ordnung zu sorgen, zugleich aber auch, im Berufsleben Güte zu zeigen. Das hat der Kärntner Bischof Josef Marketz am Freitagnachmittag zum Abschluss der Bundespolizeiwallfahrt in der Basilika von Mariazell unterstrichen. Güte etwas mit Polizeiarbeit zu tun hat, mag zunächst vielleicht überraschend klingen, sagte Marketz in seiner Predigt. Doch Polizistinnen und Polizisten würden Menschen oft gerade in deren schwierigsten Momenten begegnen - nach Unfällen, bei Gewalt, Streit, Verzweiflung. Da braucht es oft neben klaren Worten und entschlossenem Handeln "auch etwas ganz anderes: einen ruhigen Ton, ein offenes Ohr, Geduld und das Gespür dafür, wann ein Mensch gerade nicht zuerst eine Vorschrift, sondern einen Menschen braucht", so der Bischof.

Güte verband Marketz dabei mit Stärke, nicht mit Schwäche: "Es ist leicht, hart zu werden, wenn man ständig mit schwierigen Situationen konfrontiert ist. Es ist schwerer, sich das Herz nicht verschließen zu lassen." In einem Beruf, in dem man täglich mit den Schattenseiten der Gesellschaft konfrontiert sei, stellte sich die Fragen: "Wie kann ich meinen Dienst professionell tun, ohne innerlich hart zu werden? Wie kann ich Grenzen setzen, ohne den Menschen aus dem Blick zu verlieren? Wie kann ich konsequent sein und trotzdem menschlich bleiben?"

Bischof Marketz zitierte die Aufforderung des Propheten Micha aus dem Alten Testament, die Güte zu lieben. Das bedeute: "Das Gute im Menschen nicht aus dem Blick verlieren - auch dann nicht, wenn man gerade mit seiner schwierigsten Seite konfrontiert ist".

Einsatz für gerechte Welt

Die Lesung aus dem Buch Micha gebe neben "Güte lieben" weitere einfache und zugleich anspruchsvolle Worte mit auf den Weg: "Recht tun" und "achtsam den Weg gehen mit deinem Gott". Alle drei Aufforderungen hätten erstaunlich viel mit dem Polizeiberuf zu tun, wies der Bischof hin. "Recht tun" stehe für mehr als nur, Regeln durchzusetzen. "Es bedeutet auch, sich für eine Welt einzusetzen, in der Menschen zu ihrem Recht kommen und in der Schwächere nicht einfach übergangen werden, sondern ebenfalls Recht bekommen."

Polizeiarbeit sei Dienst am Menschen, betonte Marketz. Hinter all den notwendigen Vorschriften, Einsatzplänen, Uniformen, Hierarchien und Verfahren stehe letztlich der Anspruch: "Der Mensch soll geschützt werden. Der Mensch soll sicher leben können.

Der Mensch soll nicht der Gewalt des Stärkeren ausgeliefert sein." Das ist nach den Worten des Bischofs ein großer Auftrag, der Menschen manchmal an ihre Grenzen bringe.

Achtsam mit Gott mitzugehen, sei der eigentliche Sinn einer Wallfahrt. Sie erinnere daran, "dass wir unser Leben nicht vollständig in der Hand haben. Dass es Dinge gibt, die wir nicht verhindern können. Dass wir Menschen nicht immer retten können. Dass wir Entscheidungen treffen müssen, ohne alle Folgen zu kennen. Und gerade deshalb brauchen wir Gott."

Organisatorisch verantwortlich für die diesjährige Bundespolizeiwallfahrt nach Mariazell war die Polizei Kärnten. Sie berichtete von mehr als 650 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die "trotz mäßigem Wetter" eine schöne Wallfahrt genossen hätten.
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