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RSK Franziskus Orden
Maria-Namen-Feier
Bild Copyright: © kathbild.at / Franz Josef Rupprecht

Hofer: Mit Franziskus gegen "angepasstes Kulturchristentum"

12.09.2026 17:47
Österreich/Kirche/Glaube/Religiöses Ereignis/RSK/Maria-Namen-Feier/Franziskus/Hofer/Orden
Salzburger Weihbischof predigt bei traditionsreicher Maria-Namen-Feier im Stephansdom zum Thema "Franziskus - Bruder aller Menschen" - Christen heute oft zu unverbindlich und bemüht, nicht aufzufallen oder gar anzuecken - Franz von Assisi war jedes "Wischiwaschi" zuwider, er habe provoziert, aber auch fasziniert
Wien, 12.09.2026 (KAP) Die radikale Christusnachfolge des heiligen Franz von Assisi ist ein Mahnmal gegen gegen ein "angepasstes Kulturchristentum", das niemandem wehtue, aber auch nicht einladend und schon gar nicht attraktiv ist: Das hat der Salzburger Weihbischof Hansjörg Hofer am Samstagnachmittag bei der traditionsreichen Maria-Namen-Feier im Wiener Stephansdom ausgeführt. "Radikal" im Sinne von Kompromisslosigkeit im Glauben sei ein Attribut, das ganz besonders auf den vor 800 Jahren, am 3. Oktober 1226, verstorbenen Ordensgründer zutreffe. Franziskus sei provozierend, aber auch faszinierend, so Hofer in seiner Predigt.

Der Weihbischof wandte sich dagegen, dass Christinnen und Christen heute oft so unverbindlich seien, angepasst, bemüht, nicht aufzufallen oder gar anzuecken. Franz von Assisi sei jedes "Wischiwaschi" zuwider gewesen. "Wer selber nicht brennt, wird auch andere nicht entflammen können", mahnte Hofer in seiner Predigt beim ersten Festgottesdienst der Gebetsgemeinschaft "Rosenkranz Sühnekreuzzug" (RSK) im gut gefüllten Stephansdom. Einem weiteren wird am Sonntagnachmittag der Wiener Erzbischof Josef Grünwidl, der Schirmherr des RSK, vorstehen.

Auch die "Christusähnlichkeit" des Franziskus hob Weihbischof Hofer hervor. Viele Zeitgenossen hätten in ihm Jesus gesehen; ihm sei der Heilige aus Umbrien am allerähnlichsten gewesen, erst recht, als er die Wundmale Christi am eigenen Körper empfing. Trotz seiner Unbeirrbarkeit im Glauben kennzeichne Franz aber auch eine Haltung der Versöhnlichkeit, so Hofer unter Verweis auf die Friedensstrophe dessen Sonnengesangs, die die Bereitschaft zum Verzeihen und das Verharren im Frieden mit dem Lob Gottes gleichsetzt.

Franz von Assisi werde heute nicht umsonst geliebt von Kindern, Naturschützern, von Kirchenkritischen gleichermaßen wie von "religiösen Profis", wies Hofer hin. Das Motto der diesjährigen Maria-Namen-Feier, "Franziskus - Bruder aller Menschen", sei zutreffend. Denn der Heilige habe auch Nichtchristen etwas zu sagen und könne allen die Augen öffnen, worauf es im Leben ankommt. Weihbischof Hofer zitierte seinen Namensvetter Markus Hofer, Autor eines Buches über Franz von Assisi, der eine Vielzahl an Aspekten nenne, an denen man heute an Franziskus "andocken" könne: freiwilliger Verzicht, Gewaltlosigkeit, Nähe zu den Ausgegrenzten, Liebe zur Natur, Einfachheit, Nachhaltigkeit, Entschleunigung - all das wären für uns heute "heilsame Dinge", schloss Hofer.

1,50 Meter großer "Superheiliger"

Schon davor hatte der Guardian des Wiener Franziskanerklosters, P. Oliver Ruggenthaler, in einem geistlichen Impuls zu "800 Jahre heiliger Franz von Assisi" erklärt, dass bis in die Gegenwart überall Fußspuren des Ordensgründers zu finden seien. Er werde geehrt als "geistliches Schwergewicht", "Superheiliger", ja als "zweiter Christus". Das seien viele Superlative für einen Mann, der klein und niedrig sein wollte - und das körperlich auch war, wie Ruggenthaler darlegte: Franziskus sei nur 1,50 Meter groß gewesen, laut Zeitzeugen "nicht von sonderlich schöner Gestalt", sein Latein sei fehlerhaft gewesen. Für den Guardian Hinweise darauf, dass Gott das vermeintlich Schwache erwählt, um das Starke zu überwinden.

Ruggenthaler wies auch auf das "Geerdet sein" der Christen in der Tradition des Heiligen hin. Franziskus habe die Mutter Erde geliebt, in der irdischen Schöpfung Spuren Christi entdecken wollen. Deshalb auch das braune Ordensgewand der Franziskaner, nicht das Klerikerschwarz, so der Guardian. Franziskus habe eine weltzugewandte Suche und Achtsamkeit aufgetragen: "Unser Kloster ist die Welt, nicht die Klausur."

Musikalisch gestaltet wurde die Maria-Namen-Feier vom Musikerkollegium Ars Musica unter der Leitung von Thomas Dolezal; der Wiener Dommusiker ist dem RSK seit 25 Jahren verbunden.

Am Sonntag beginnt die Maria-Namen-Feier unter der Leitung von Erzbischof Josef Grünwidl erneut um 15 Uhr mit einem geistlichen Impuls, gefolgt vom gemeinsamen Rosenkranzgebet und der Eucharistiefeier. Im Anschluss gibt es eine Prozession mit der Fatimastatue im Dom. Die Veranstaltung wird über den YouTube-Kanal der Erzdiözese Wien (https://youtube.com/erzdiözesewien) auch online übertragen.

Beten für Freiheit und Friede

Der "Rosenkranz-Sühnekreuzzug" (RSK) wurde 1947 unter dem Eindruck des Zweiten Weltkriegs gegründet. Die Wiener Maria-Namen-Feier geht ursprünglich aus der Dankesfeier für die Befreiung der österreichischen Hauptstadt von der Türkengefahr hervor und hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem Friedensgebet gewandelt, das jährlich begangen wird. Dabei hat besonders die Prozession historische Bezüge: Als sich die vereinigten christlichen Heere gegen die zweite Wiener Türkenbelagerung formierten, wurde die Schutzmantelmadonna vorangetragen. Heute zählt die RSK-Gebetsgemeinschaft rund 250.000 Mitglieder in 132 Ländern.

Das Fest der Namensgebung der Jungfrau Maria wurde von Papst Innozenz XI. (1676-1689) zu Ehren des heiligen Namens der Mutter Jesu festgesetzt. Papst Pius X. verlegte es dann auf den "Siegestag" der Schlacht auf dem Wiener Kahlenberg während der Türkenbelagerung von 1683, den 12. September. Als das Fest wegen der Doppelung zum Fest Mariä Geburt am 8. September aus dem katholischen Festkalender gestrichen wurde, blieb es in Österreich wegen der historischen Verwurzelung weiterhin bestehen. (Link: www.rsk-ma.at)
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