Preise für "Look Back" des japanischen Regisseurs Hirokazu Koreeda und "A Good Little Soldier" des Franzosen Stéphane Brizé
Bonn/Rom, 13.09.2026 (KAP/KNA) Die Signis-Jury hat beim Filmfestival in Venedig den jüngsten Film des japanischen Regisseurs Hirokazu Koreeda ("After Life", "Like Father, Like Son") ausgezeichnet: In "Look Back" fange Koreeda die "tiefgreifende Kraft menschlicher Solidarität" ein und zeige, wie gegenseitige Begleitung die Figuren aus der Isolation führe, damit sie ihren Platz in der Welt entdeckten, informierte am Sonntag die deutsche Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) über die Entscheidung der Fachleute von Signis, dem katholischen Weltverband für Kommunikation.
Kaum ein japanischer Regisseur habe in den vergangenen Dekaden so zartfühlend von zwischenmenschlichen Beziehungen und ihren Wandlungen erzählt. Der Film enthalte zudem eine "tiefe spirituelle Dimension", nämlich "die Anerkennung künstlerischen Talents als ein transzendentes Geschenk, das mit Dankbarkeit angenommen und durch Anstrengung kultiviert wird". Letztlich erweise sich Kunstschaffen als "ein dauerhafter Akt der Hoffnung und Heilung".
Die Protagonistinnen, um die "Look Back" kreist, haben sich der Manga-Kunst verschrieben. Stifte kratzen über Papier, mittels wohlgesetzter Striche wachsen kleine Erzählwelten. Zunächst sind die Hauptfiguren Konkurrentinnen: Die Lebhaftere der beiden ist gar nicht begeistert, als in der Schulzeitung plötzlich neben ihren Mangas auch diejenigen einer Außenseiterin publiziert werden. Doch als sich die beiden endlich kennenlernen, werden die Mädchen zum Dreamteam.
Die evangelische Interfilm-Jury vergab ihren Preis zur Förderung des interreligiösen Dialogs an "A Good Little Soldier" des französischen Filmemachers Stéphane Brizé. Eine von Alba Rohrwacher gespielte Angestellte einer Versicherungsgesellschaft ist von ihrem Job so in Beschlag genommen, dass sie mit ihrem Sohn ausschließlich über Handy kommuniziert.
Der Film, so die Jury, "hält der Heuchelei einer Arbeitskultur den Spiegel vor, die von Inklusion, Menschlichkeit und Freude spricht, aber gleichzeitig Wettbewerb, Produktivität und Profit belohnt. Mit großer Intensität und stilistischer Kohärenz deckt der Film die ethischen Widersprüche des Kapitalismus auf." Damit lade er dazu ein, "neu zu überdenken, was - und wen - wir wertschätzen wollen".
Mit dem Hauptpreis des Filmfestivals, dem "Goldenen Löwen", wurde "Woman Unknown" von der dänischen Regisseurin May el-Toukhy bedacht. Der Film spielt in der Zeit unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg: als in Dänemark die Unmenschlichkeiten der NS-Besetzung aufgearbeitet und gesühnt werden sollten.