Ökumenische Bischofswallfahrt des orthodoxen Metropoliten von Kuwait und des katholischen Bischofs von Nordarabien in die orthodoxe Mönchsrepublik laut Medienberichten bisher einmalig
Athen/Rom, 14.09.2026 (KAP) Der griechisch-orthodoxe Metropolit von Kuwait und Bagdad, Ghattas Hazim, und der katholische Bischof von Nordarabien Aldo Berardi, haben gemeinsam die orthodoxe Mönchsrepublik Athos besucht. Über die ökumenische Pilgerreise berichtete am Wochenende das Portal "Vatican News" unter Verweis auf den Pressedienst Fides. Für Berardi war es demnach eine "historische" Reise, die "die guten Beziehungen zwischen der katholischen und der orthodoxen Kirche in Kuwait" widerspiegle. Auf dem Athos habe er die Gelegenheit gehabt, die monastische Spiritualität des Heiligen Berges aus nächster Nähe kennenzulernen.
Zunächst wurden die beiden Wallfahrer, die von weiteren Geistlichen begleitet waren, im Kloster Simonopetra und anschließend im Kloster Vatopedi empfangen; sie besuchten laut Bericht 12 der 20 Klöster der Halbinsel. Ein Höhepunkt der ökumenischen Pilgerreise war die Verehrung der Reliquien des heiligen Aretas (6. Jahrhundert) und seiner Mitmärtyrer, die sowohl für Katholiken als auch für Orthodoxe zu den Schutzpatronen der Kirche auf der Arabischen Halbinsel zählen.
Nach Fides-Angaben ist es beispiellos, dass ein orthodoxer Bischof einen katholischen Amtskollegen offiziell einlädt, den Berg Athos zu besuchen. Berardi betonte, dass der Athos "nicht nur für die orthodoxe Kirche, sondern für die gesamte Christenheit von Bedeutung ist".
Das griechisch-orthodoxe Patriarchat von Antiochien zählt die Arabische Halbinsel zu seinem traditionellen jurisdiktionellem Territorium. Aldo Berardi ist Bischof des römisch-katholischen Vikariats von Nordarabien, zu dem Katar, Saudi-Arabien, Kuwait und Bahrain gehören.
Die rund 335 Quadratkilometer große halbautonome Mönchsrepublik Athos befindet sich auf der östlichsten Landzunge der griechischen Halbinsel Chalkidiki. Aktuell leben auf dem Athos mehr als 2.500 Mönche. Die Mönchsrepublik setzt sich aus 20 Großklöstern und mehreren Skiten - klosterähnlichen Mönchsgemeinschaften - zusammen, wobei die Großklöster auch die Regierung des autonomen Heiligen Berges stellen. Die ökumenische Aufgeschlossenheit der einzelnen Klöster ist unterschiedlich.