Militäraufwendungen weltweit erreichten vergangenes Jahr ein Rekordhoch, während Ausgaben für Nothilfe und Entwicklung gekürzt werden
Genf/Vientiane, 14.09.2026 (KAP/KNA) Der Vatikan hat seine Forderung nach Abrüstung und Rüstungskontrolle bekräftigt und die vergleichsweise geringen Aufwendungen für Entwicklung angeprangert. Die weltweiten Militärausgaben in der Rekordhöhe von über 2,89 Billionen US-Dollar im vergangenen Jahr stünden in einem "gravierenden Ungleichgewicht zu den begrenzten Ressourcen, die für die Deckung grundlegender Bedürfnisse und die Förderung einer ganzheitlichen menschlichen Entwicklung bereitgestellt werden", erklärte der diplomatische Vertreter des Vatikans laut Nachrichtenagentur KNA bei der Überprüfungskonferenz des Übereinkommens über Streumunition, die am Montag in Laos begann.
Abrüstungsverträge seien moralische Verpflichtungen gegenüber heutigen und künftigen Generationen, sagte Vatikanbotschafter Erzbischof Ettore Balestrero, Ständiger Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen in Genf, gemäß Redeskript. Der Vatikan rufe die Staaten auf, das humanitäre Völkerrecht zu stärken und den "entwaffnenden Weg der Diplomatie" zu beschreiten.
Internationale Abkommen zur Rüstungsbeschränkung seien eine "Quelle der Stärke" und dienten dem Schutz der Schwächsten sowie der vielen Unschuldigen, die von der Grausamkeit von Konflikten und deren tödlichem Erbe betroffen seien, sagte Erzbischof Balestrero. Thema der fünftägigen Konferenz in Vientiane, der Hauptstadt des südostasiatischen Laos, sind Anpassungen der 2008 verabschiedeten Oslo-Konvention gegen Streumunition.