Von 15. bis 22. November erstrahlen wieder weltweit tausende Kirchen, Klöster oder öffentliche Gebäude rot, um auf das schwere Schicksal von Millionen Christen aufmerksam zu machen - Irakischer Erzbischof Warda kommt nach Österreich
Wien/Erbil, 15.09.2026 (KAP) Von 15. bis 22. November erstrahlen wieder weltweit tausende Kirchen, Klöster oder öffentliche Gebäude blutrot, um auf das Schicksal von Millionen unterdrückter und verfolgter Christinnen und Christen aufmerksam zu machen. Im Rahmen dieser "Red Week" ruft das päpstliche Hilfswerk "Kirche in Not" Pfarren, Klöster und Organisationen in ganz Österreich dazu auf, sich diesem weltweiten Zeichen anzuschließen. Zuletzt beteiligten sich allein in Österreich über 250 Kirchen, Klöster und Institutionen. Heuer soll diese Zahl laut "Kirche in Not" noch deutlich wachsen. Ab sofort ist die Anmeldung unter www.redweek.at möglich.
Am 17. November lädt "Kirche in Not" zudem in Wien zu einem Solidaritätszug durch die Innenstadt; Ausgangspunkt ist der Platz Am Hof, Ziel ist die Votivkirche, wo ein ökumenisches Gebet stattfindet. Ehrengast ist der irakische Erzbischof Bashar Matti Warda. Der chaldäische Erzbischof von Erbil gilt als wichtige Stimme der irakischen Christen. Immer wieder warnt er vor einem weiteren Exodus der Christen aus ihrer Heimat, wenn sich die Sicherheitslage nicht stabilisiert und die Wirtschaft besser entwickelt.
Bildung für Zukunft entscheidend
Erst vor wenigen Tagen hat Warda eine Delegation der "Initiative Christlicher Orient" (ICO) und der Linzer "Pro Oriente"-Sektion im Nordirak empfangen. Er führte sie durch die von ihm 2015 gegründete Katholische Universität von Erbil. Nach einem beschwerlichen Anfang hat die Universität inzwischen 13 Departments und 850 Studentinnen und Studenten. Wie der Erzbischof berichtete, sind knapp zwei Drittel davon Christen. Aufgrund der guten Ausbildung würden die meisten Absolventinnen und Absolventen auch einen Arbeitsplatz finden.
"Wer in Bildung investiert, investiert in die Zukunft eines Landes", sagte Warda. Wenn die Familien sehen, dass ihre Kinder in der Heimat eine gute Ausbildung erhalten, würden sie es sich auch nochmals überlegen, das Land zu verlassen.
Noch leben rund 8.000 christliche Familien in Erbil, die Hälfte davon Chaldäer, berichtete der Erzbischof. Neben der Universität gibt es auch fünf Schulen, die die chaldäische Erzdiözese betreibt. Die Universität wurde inzwischen von einer diözesanen in eine patriarchale Einrichtung umgewandelt. Soll heißen, dass nun der chaldäische Patriarch, aktuell Paul III. Nona, als Großkanzler der Letztverantwortliche ist. Für die Universität sei das positiv, so Erzbischof Warda, stärke es doch die Reputation der kirchlichen Bildungseinrichtung in einem weitgehend muslimischen Umfeld. Die Universität bzw. die Studentinnen und Studenten werden auch von "Kirche in Not" unterstützt.