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Auszug des Plakats zum Festakt am 19.  Oktober 2026 in Wien
Koordinierungsausschuss
Bild Copyright: © Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit

Jubiläum: 70 Jahre christlich-jüdische Zusammenarbeit in Österreich

16.09.2026 12:32
Österreich/Kirche/Judentum/Koordinierungsausschuss/Jubiläum
Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit lädt am 19. Oktober zu Festakt ins Wiener Rathaus - Grußwort an jüdische Gemeinde zum Neujahrsfest, das auch für Nichtjuden Fest der Hoffnung sein kann
Wien, 16.09.2026 (KAP) Der Koordinierungsausschuss für christlich jüdische Zusammenarbeit (KooA) begeht heuer sein 70-Jahr-Jubiläum. Höhepunkt ist am 19. Oktober ein Festakt im Wiener Rathaus. Die Veranstaltung steht unter dem Motto: "Hören. Erinnern. Handeln". KooA-Präsidentin Prof. Regina Polak wird dazu als Redner u.a. Oberrabbiner Jaron Engelmayer, die Bischöfe Ägidius Zsifkovics und Manfred Scheuer, den Vorsitzenden des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ), Bischof Tiran Petrosyan, und den reformierten Landessuperintendenten Ralf Stoffers begrüßen. Vonseiten der Politik werden Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Wiens Bürgermeister Michael Ludwig, Ministerin Claudia Bauer und Staatssekretär Alexander Pröll das Wort ergreifen.

Der Koordinierungsausschuss gilt als ältestes Forum des christlich-jüdischen Dialogs in Österreich und bemüht sich um gute Beziehungen zwischen den beiden Religionen. Kardinal Franz König (1905-2004) initiierte den Ausschuss 1956 auf Anregung von Prof. Kurt Schubert (1923-2007), dem Doyen der österreichischen Judaistik. Der Ausschuss trug nach der Schoah wesentlich dazu bei, dass ein neues Verhältnis zwischen Judentum und Christentum in Österreich möglich wurde. Die Arbeitsbereiche sind Dialog, Bildung, öffentliche Kommunikation und Wissenschaft.

Der Vorstand muss laut Statut zu je einem Drittel jüdisch, evangelisch und katholisch besetzt sein. Laut KooA-Website zählt der Koordinierungsausschuss aktuell mehr als 410 Mitglieder und 28 Partner. Neben KooA-Präsidentin Regina Polak sind Dechant Ferenc Simon und die Direktorin des Katholischen Bibelwerks, Elisabeth Birnbaum, die weiteren katholischen Vertreter im Vorstand. Von jüdischer Seite gehören Vizepräsident Willy Weisz sowie die Historiker Awi Blumenfeld und Mitchel Ash dem Vorstand an. Die evangelischen Vertreter sind Vizepräsidentin Margit Leuthold, der Historiker Leonhard Jungwirth und Pfarrer Stefan Fleischner-Janits. Geschäftsführer des Koordinierungsausschusses ist seit 2020 der jüdische Religionswissenschaftler Yuval Katz betraut.

Neujahrswünsche an Kultusgemeinde

In einem Grußwort an die jüdischen Gemeinden zum aktuell laufenden jüdischen Neujahrsfest Rosh Haschana hälft der KooA fest, dass dieses Fest auch für Nichtjuden ein Fest der Hoffnung sein könne. Rosh Haschana sei ein Fest des Neuanfangs, "die Möglichkeit und Hoffnung, dass man auch in Zeiten großer Krisen und Umbrüche immer wieder neu beginnen kann und darf" heißt es in dem Glückwunschschreiben und weiter wörtlich: "Für Jüdinnen und Juden wie auch unsere Gesellschaft ist dies Trost und Ermutigung."

Dazu bedürfe es freilich zuerst der inneren Umkehr, im Judentum "Teschuva" genannt: ein Prozess, der dazu anhalte, das persönliche Handeln zu reflektieren, Reue zu zeigen und aktiv das eigene Verhalten zu verbessern. Daran erinnert der Klang des Schofar, eines gewundenen Widderhorns, der zu Rosh Haschana ertönt. In den darauffolgenden "Zehn Tagen der Umkehr" seien Juden und Jüdinnen daher aufgerufen, "über sich selbst und die Beziehungen zu den Mitmenschen und dem Ewigen nachzudenken und diese in eine gute Ordnung zu bringen". Den Höhepunkt dieses Prozesses bildet Jom Kippur, der Tag der Versöhnung mit Gott und den Menschen, wobei die Versöhnung mit Gott nur möglich sei, "wenn man sich zuvor mit seinen Mitmenschen versöhnt".

Die "Hohen Feiertage" seien so Anspruch und Zuspruch zugleich: "Sie verlangen nach Umkehr und sagen einen neuen Anfang mit Gott und den Menschen zu. Denn Vergebung ist möglich." In düsteren Zeiten, voll mit Krieg, Hass und Gewalt, zeige diese Dynamik von Umkehr und Versöhnung auch nicht-jüdischen Menschen einen Weg in eine bessere Zukunft, heißt es in dem Schreiben des KooA, das von Präsidentin Polak, Vizepräsident Weisz, Vizepräsidentin Leuthold und Diözesankoordinator Ferenc Simon unterzeichnet ist. (Infos: www.christenundjuden.org)
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