Leo XIV. lehnte laut Medienberichten sowohl eine präsidiale Führung durch die Kathedrale Notre-Dame als auch ein Gala-Dinner ab
Rom/Paris, 16.09.2026 (KAP) Offenbar auf Wunsch von Leo XIV. wird der bevorstehende Papstbesuch in Paris protokollarisch niedriger gehängt, als es Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wünschte. Das jedenfalls berichten in dieser Woche französische und US-amerikanische Medien im Vorfeld der Papstreise vom 25. bis 28. September.
Demnach soll der Vatikan eine ganze Reihe von Vorschlägen der Gastgeberseite abgelehnt haben. So soll der Empfang am Sitz des Staatspräsidenten im Élysée-Palast ohne den sonst üblichen Trommelwirbel der Republikanischen Garde stattfinden. Auch ein von Macrons Präsidialamt vorgeschlagenes Gala-Dinner soll Leo XIV. ausgeschlagen haben.
Keine präsidiale Führung in Notre-Dame
Größte Enttäuschung für den Präsidenten, der dem Ende seiner Amtszeit entgegengeht, soll den Berichten zufolge die Ablehnung einer Exklusiv-Führung in der nach dem Brand von 2019 wieder aufgebauten Kathedrale Notre-Dame sein: Macron höchstselbst, der die Restaurierung weitgehend aus französischen Steuermitteln finanzierte und sie zu einem persönlichen Prestige-Projekt machte, wollte den Gast aus Rom durch das gotische Juwel führen. Dazu und damit auch zu den erwünschten Bildern werde es nun aber nicht kommen.
Die Absagen hätten eine klare Botschaft
Ob es die Vorschläge des Präsidenten tatsächlich gab und ob sie vom Vatikan abgelehnt wurden, ist nicht sicher. Die jeweiligen Protokollabteilungen machen vor Staatsbesuchen in der Regel keine Angaben über vorab diskret erfolgte Absprachen.
Sollten die Berichte zutreffen, wäre damit laut Beobachtern eine klare Botschaft an Macron, aber auch an die Katholikinnen und Katholiken in Frankreich verbunden. Macron hatte sich persönlich und mit Erfolg für die Aufnahme eines "Rechts auf Abtreibung" in die französische Verfassung eingesetzt. Zudem tritt er für eine weitgehende Liberalisierung der Beihilfe zum Suizid bei schwerkranken Menschen ein. Der Papst wollte, so interpretieren einige die Botschaft des mutmaßlich abgespeckten Protokolls, seinen Gastgeber dafür nicht auch noch mit schönen Bildern belohnen.