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Papst Leo XIV. spricht
Bild Copyright: © Lola Gomez/CNS photo/KNA

Papst: Andere Menschen und Völker sind eine Bereicherung

16.09.2026 12:23
Vatikan/Papst/Gesellschaft/Rassismus
Leo XIV. mahnt in Generalaudienz-Katechese dazu, die Menschheit als Gemeinschaft zu sehen
Vatikanstadt, 16.09.2026 (KAP) Papst Leo XIV. hat sich gegen aktuelle Tendenzen in Politik und Gesellschaft gewandt, Menschen und Völker wegen ihrer Andersartigkeit als Gefahr zu sehen. Bei der allgemeinen Audienz auf dem Petersplatz sagte der Papst am Mittwoch, Gegensätze zwischen Menschen und Ethnien führten oft zu Gewalt, dies sei eine Folge der Macht der Sünde.

Deshalb habe das Zweite Vatikanische Konzil in dem Dokument "Gaudium et spes" zu Recht betont, das Anderssein von Menschen und Völkern solle "nicht als Gefahr oder Bedrohung betrachtet werden, sondern als eine Chance der Bereicherung und des Wachstums". Auch die "jüngste Geschichte" bestätige dies, so der Papst, ohne jedoch genauer zu erklären, welche Beispiele er meinte.

Ein politischer Kompass für die Kirche

Die Ausführungen des Papstes waren Teil seiner Neuauslegung der zentralen Dokumente des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965), über die Leo XIV. seit einiger Zeit in seinen wöchentlichen Katechesen bei der Generalaudienz spricht. Das Konzil hatte die Grundlagen für die Öffnung der katholischen Kirche zur modernen Welt und zu den Gläubigen anderer Kirchen und Religionen gelegt.

Das finale Dokument "Gaudium et spes" bezeichnete Leo XIV. in seiner Ansprache als "eine kostbare Hinterlassenschaft" des Konzils, es vertiefe die Vision der Menschheit als "Gemeinschaft von Personen" und verurteile jede Form der Diskriminierung als Widerspruch zum Plan Gottes.

Auf dieser Grundlage könnten die Kirche und die einzelnen Gläubigen "die heutigen sozialen und politischen Projekte beurteilen". Dies geschehe auf der Basis von Kriterien wie Menschenwürde, soziale Gerechtigkeit und Mitwirkung am Aufbau des Gemeinwohls. "Die Zukunft der Menschheit hängt ab vom Einsatz jedes Menschen, gemeinsam mit Gott und den Mitmenschen eine menschlichere Welt zu verwirklichen", so der Papst.
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