Früherer hochrangiger Kurienbeamter wird internationaler Koordinator der Geistlichen Assistenten des Hilfswerks "Kirche in Not"
Rom/Königstein/Wien, 18.09.2026 (KAP) Der Österreicher P. Friedrich Bechina (59) wird neuer internationaler Koordinator der Geistlichen Assistenten des päpstlichen Hilfswerks "Kirche in Not" (ACN international). Der frühere langjährige Kurienbeamte löst in dieser Aufgabe seinen Landsmann P. Anton Lässer (65) ab, wie nach dem jüngsten Treffen der kirchlichen Assistenten der 24 Nationalbüros von "Kirche in Not" in Rom vergangene Woche bekannt wurde. Bechina war bis 2022 in der vatikanischen Bildungsbehörde tätig, zuletzt als dritter Mann der Behörde im Rang des Untersekretärs und damit höchstrangiger österreichischer Mitarbeiter der Römischen Kurie.
Das Hilfswerk "Kirche in Not" wurde 1947 gegründet, um die Bedürfnisse von Flüchtlingen und Vertriebenen im Nachkriegsdeutschland zu befriedigen. Heute ist es eine Päpstliche Stiftung, die verfolgte und bedrohte Christen in mehr als 140 Ländern auf der ganzen Welt unterstützt. Die Organisation arbeitet mit mehr als 1.300 Diözesen zusammen und unterstützt jedes Jahr mehr als 5.000 Projekte.
Koordiniert wird die Tätigkeit in der internationalen Zentrale im deutschen Königstein im Taunus. Geschäftsführende Präsidentin ist Regina Lynch. Die Geistlichen Assistenten der jeweiligen nationalen Sektionen helfen dabei, das geistliche Leben des Hilfswerks zu fördern.
"Wir helfen Ortskirchen und Gläubigen in Not"
Die Aufgabe von "Kirche in Not" bestehe nicht einfach darin, finanzielle Hilfe zu leisten, erklärte Bechina im Gespräch mit Radio Vatikan (Freitag). Vielmehr gehe es darum, Projekte zu unterstützen, die das Leben der Ortskirchen durch Evangelisierung und pastorale Hilfe stärkten. "Wir helfen Ortskirchen und Gläubigen in Not. Zu unserer Aufgabe gehört es, über Menschen und Kirchen zu berichten, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden", sagte er. "Gleichzeitig müssen wir uns daran erinnern, dass die verfolgten Kirchen ihren ganz eigenen Reichtum haben, den sie mit uns teilen. Sie haben Hoffnung."
Hauptziel von Kirche in Not sei die Förderung der Evangelisierung, erklärte Bechina. "Wir bauen Kirchen und helfen Priestern, Laien sowie Ordensmännern und Ordensfrauen, sich gut darauf vorzubereiten, das Wort Gottes zu verkünden. Wir kümmern uns nicht um die Wasseraufbereitung und leisten keine medizinische Hilfe, weil andere katholische Organisationen das viel besser machen als wir."
Auf die Frage, wo die Kirche derzeit die größte Unterstützung brauche, verwies Bechina gegenüber Radio Vatikan auf den Nahen Osten. Dort seien zahlreiche Kirchen zerstört und christliche Gemeinschaften vertrieben worden. "Dank unserer Unterstützer können wir den örtlichen christlichen Gemeinschaften helfen, ihnen ein wenig Hoffnung geben und sie ermutigen, ihre Häuser und Länder nicht zu verlassen", sagte er. Unterstützung gebe es auch für Ortskirchen in Venezuela, Kolumbien und anderen Ländern die von Naturkatastrophen, inneren Konflikten oder anderen Krisen betroffen sind.
Bechina verwies auch auf die große Zahl an Priesterberufungen in Afrika. Vielen Kandidaten fehlten ausreichende Möglichkeiten zur Ausbildung und zum Studium. "Derzeit unterstützen wir 250 Seminaristen oder Priester, die im Ausland studieren, darunter auch einige in Rom", erklärte er.