Mosaiken der Cappella Clementina im Petersdom restauriert
18.09.202614:39
Vatikan/Kirche/Architektur/Kunst/Petersdom
371 Quadratmeter Mosaiken in der Kuppel gereinigt und instandgesetzt
Vatikanstadt, 18.09.2026 (KAP) Die Restaurierung der Cappella Clementina im Petersdom, eines der kunsthistorisch bedeutendsten Projekte des frühen 17. Jahrhunderts, ist abgeschlossen. Seit Mai 2025 wurden 371 Quadratmeter Mosaiken, die zwischen 1601 und 1604 nach Entwürfen des Malers Cristofano Roncalli (1552-1626) in der Kuppel der Seitenkapelle entstanden, gereinigt und aufgearbeitet, wie die Dombauhütte des Petersdoms am Freitag mitteilte. Ebenso wurden fehlende Steine ergänzt und die Stuckelemente instandgesetzt.
Die Cappella Clementina, benannt nach Papst Clemens VIII. (1592-1605), liegt links neben dem Petrusgrab und dem Baldachin von Gian Lorenzo Bernini. Erbaut nach Entwürfen von Michelangelo Buonarroti (1475-1564), wurde sie 1580 von Giacomo della Porta als symmetrisches Gegenstück zur Cappella Gregoriana rechts des Baldachins vollendet.
Kaum Gemälde, aber zahllose Mosaiken
Der Petersdom, dessen zweiter Bau am 18. November 1626 von Urban VIII. (1623-1644) geweiht wurde, ist zwar voller bildlicher Darstellungen, doch nur etwa eine Handvoll sind Gemälde. Vor allem aus Gründen der Haltbarkeit zieren die bedeutendste Kirche der Christenheit rund 10.000 Quadratmeter Mosaiken.
Die Clemens-Kapelle stammt aus der Zeit der Gegenreformation, Reaktion der katholischen Kirche auf die protestantische Reformation ab dem 16. Jahrhundert. Die Mosaiken wurden von einem Team aus etwa zehn Meistern geschaffen. Dargestellt sind die vier Kirchenlehrer sowie biblische Episoden. Die Kuppel zeichnet sich durch einen reichen ornamentalen Schmuck mit Putten, Girlanden und heraldischen Symbolen der Familie Aldobrandini von Papst Clemens VIII. aus.
Softwaregestützte Dokumentation
Die Notwendigkeit der Maßnahmen in der Kuppel der Clemens-Kapelle hatte die Fabbrica di San Pietro bei turnusgemäßen Kontrollen entdeckt. Das Gerüst ermöglichte eine detailliertere Analyse des Erhaltungszustands der Oberflächen. Dabei wurden auch Probleme durch natürliche Materialalterung und die im Laufe der Zeit durchgeführten Eingriffe deutlich.
Den Arbeiten gingen eine fotografische Dokumentation, Laboranalysen der Bestandteile, digitale Kartierung der Schäden und endoskopische Untersuchungen voraus. Die Erfassung und Dokumentation der Maßnahmen erfolgte mithilfe der softwaregestützte BIM-Methodik (Building Information Modeling).