Franzose Jean-Louis Roussel unerwartet im Alter von 67 Jahren verstorben - War wesentlicher Proponent der internationalen Erinnerung an die Opfer der NS-Diktatur - Auch Mauthausen Komitee Österreich und KZ-Gedenkstätte Mauthausen würdigen Verstorbenen
Wien/Paris, 18.09.2026 (KAP) Das Internationale Mauthausen Komitee, das Mauthausen Komitee Österreich und die KZ-Gedenkstätte Mauthausen trauern um Jean-Louis Roussel. Der Vizepräsident der französischen Amicale de Mauthausen sowie des Internationalen Mauthausen Komitee (CIM) ist am Donnerstag (17. September) unerwartet im Alter von 67 Jahren verstorben. Roussel war seit 2005 Professor für Geschichte an der Universität Rouen-Normandie. Neben seiner beruflichen Tätigkeit und seinem Engagement in der Erinnerungskultur war der Franzose von 2020 bis 2024 auch Bürgermeister von Hautot-sur-Seine im Departement Seine-Maritime.
"Mit Jean-Louis Roussel verlieren wir einen der wesentlichen Proponenten der internationalen Erinnerung an die Opfer der NS-Diktatur", würdigte Guy Dockendorf, Präsident des Internationalen Mauthausen Komitee, in einer Mitteilung am Freitag den Verstorbenen. Roussel habe als Vizepräsident der französischen Amicale de Mauthausen als auch des CIM mit außerordentlichem Engagement und hohem Fachwissen wichtige Impulse gegeben. "Die Weitergabe des Opfergedenkens an die Jugend und die gesellschaftspolitischen Aufgaben, die sich daraus ergeben, waren ihm stets ein besonderes Anliegen", so der CIM-Präsident. "Darüber hinaus verlieren wir mit Jean-Louis einen persönlichen Freund und einen Menschen, den viele wegen seines Optimismus und seines freundlichen Wesens hoch geschätzt haben. Er hinterlässt eine große Lücke."
Mernyi: "Wir verlieren einen großartigen Menschen"
Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ), würdigte das entschiedene Engagement Roussels dafür, dass die Erinnerung an die Opfer des NS-Regimes international getragen ist und bleibt. "Er hat sich stets der internationalen Solidarität verpflichtet gefühlt, zu der sich die Überlebenden des Lagers im Mauthausen-Schwur bekannt haben. Überwindung nationaler Grenzen und Zusammenarbeit für Freiheit und Frieden waren für ihn nicht nur Bekenntnis, er lebte diese in seinem Wirken in der französischen Amicale de Mauthausen, im Internationalen Mauthausen Komitee, durch seine Besuche der Befreiungsfeiern in Mauthausen und in Außenlagern. Wir verlieren in ihm einen großartigen Menschen und verlässlichen Freund."
Trauer über den Verlust eines "überaus geschätzten Freund und Mitstreiters" äußerte auch Barbara Glück, Direktorin der KZ-Gedenkstätte Mauthausen, die Roussel über viele Jahre hinweg bei seinen Besuchen in Mauthausen, Gusen, Melk und Wien erlebte. "Sein schier unendlicher Elan und Tatendrang, sein wertschätzendes Wesen und seine ehrliche Anteilnahme vermochten es, insbesondere die Jugend anzusprechen, sie in großer Zahl an die Orte des ehemaligen KZ-Systems Mauthausen zu bringen und nachhaltig für die Gedenkarbeit zu gewinnen", so Glück. Den Austausch mit Roussel habe man stets als Bereicherung erlebt, so die Direktorin der KZ-Gedenkstätte: "für unsere Arbeit, aber besonders für unser persönliches Tun, und verstanden uns als Teile einer dieselben Ziele verfolgenden Gemeinschaft wider das Vergessen".
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