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Abend der Wohltäter - Hilfe für die Ukraine
Bild Copyright: © Kathpress/Paul Wuthe

Ostkirchen-Generalvikar: Glaube hilft, auch im Krieg Mensch zu bleiben

21.09.2026 12:37
Österreich/Kirche/Glaube/Krieg/Christentum/Friedensprozess
Ostkirchliche Impulse beim Salzburger "Adoratio-Kongress" von Erzpriester Kolasa zu Frieden, Gebet und Umgang mit Folgen des Krieges
Salzburg, 21.09.2026 (KAP) Die immense Bedeutung des Glaubens angesichts von Krieg und Gewalt hat Erzpriester Yuriy Kolasa, Generalvikar des Ordinariats für die Gläubigen der katholischen Ostkirchen, am Samstagabend beim "Adoratio-Kongress" im Salzburger Dom hervorgehoben. "Der Glaube nimmt die Angst nicht einfach weg. Aber er hilft uns, inmitten der Angst Mensch zu bleiben", sagte der gebürtige Ukrainer bei einem Podiumsgespräch über die Auswirkungen des Krieges auf die Menschen und die Aufgabe der Kirche, "verwundete Herzen" zu begleiten. Der Kongress am vergangenen Wochenende stand unter dem Leitwort "Himmlischer Friede".

Glaube müsse sich gerade dort bewähren, wo Krieg, Angst und Verlust das Leben bestimmten, so Kolasa. Die Kirche könne die Verluste des Krieges nicht rückgängig machen. Sie könne aber Menschen begleiten und verhindern helfen, dass aus ihren Wunden neuer Hass und neue Gewalt entstünden. Darin liege eine ihrer wichtigsten Aufgaben.

Zu Beginn eines Krieges stünden Fassungslosigkeit, Unglaube und Angst, schilderte der griechisch-katholische Geistliche. Dann dringe die Erkenntnis durch: "Das ist kein Albtraum, aus dem wir morgen aufwachen werden. Das ist jetzt unsere Wirklichkeit." Gerade in dieser Situation übernähmen Menschen Verantwortung füreinander. Sie versorgten Alte und Kranke, teilten Lebensmittel und Medikamente oder nähmen andere bei sich auf. Darin liege eine konkrete Antwort des Glaubens.

Frieden gegen den Hass

Auch Frieden beginne nicht erst mit einem Vertrag. Er beginne dort, wo Menschen dem Hass nicht das letzte Wort überließen. Das bedeute nicht, das Böse zu verharmlosen, so Kolasa. Es gehe um die Entscheidung: "Ich werde dem Bösen nicht erlauben, mich selbst böse zu machen." Wie schwer das sein könne, zeigte er am Beispiel eines Mädchens, das seinen Vater im Krieg verloren hatte und daraufhin begonnen habe, andere Kinder zu hassen, weil diese noch einen Vater hätten. Nach einem kirchlichen Ferienlager habe die Mutter gesagt: "Der Krieg hat das Herz meiner Tochter in Hass verwandelt. Aber die Kirche hat ihr Herz wieder in Liebe verwandelt."

Gebet als Weg zum Frieden

Eine wichtige Rolle spielte beim Friedensdialog des Kongresses das Gebet. Der im Gebet gesuchte Friede bewähre sich im Umgang mit dem Nächsten und bedeute nicht, der Wirklichkeit auszuweichen, betonte Kolasa. Entsprechend wurden beim "Adoratio"-Kongress neben Gottesdiensten und eucharistischer Anbetung auch Gebetsformen aus der byzantinischen Tradition vorgestellt. Das Morgengebet am Samstag wurde im byzantinischen Ritus gefeiert.

Der Theologe Danylo Kolasa stellte in einem Workshop den Cherubim-Hymnus der Göttlichen Liturgie vor. Durch das gemeinsame Singen sollte erfahrbar werden, wie der liturgische Gesang den Menschen aus der Zerstreuung sammelt und auf Gott ausrichtet. V. John Reves, Leiter des Byzantinischen Gebetszentrums Salzburg, führte in das Jesusgebet ein, das er als "einen Weg zum inneren Frieden im Herrn" bezeichnete.

Unter dem Leitwort "Himmlischer Friede" kamen von 18. bis 20. September Gläubige im Salzburger Dom zu Gottesdiensten, eucharistischer Anbetung, Vorträgen und Workshops zusammen. Der Kongress versteht sich als Beitrag zur Erneuerung der Kirche aus der Eucharistie. Weitere "Adoratio"-Kongresse sind vom 9. bis 11. Oktober in Altötting und vom 23. bis 25. Oktober erstmals im Stift Kremsmünster geplant.
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