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Linke gewinnt in Berlin besonders bei Muslimen hinzu

21.09.2026 13:40
Deutschland/Wahl/Parteien/Religion
SPD laut Nachwahlbefragung der Forschungsgruppe Wahlen bei Christen in Mecklenburg-Vorpommern vor AfD
Berlin/Schwerin/Bonn, 21.09.2026 (KAP/KNA) Die Linke hat als Sieger bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl insbesondere bei muslimischen Wählern gepunktet. Während die Partei laut vorläufigem Endergebnis 25,7 Prozent aller Stimmen gewann, waren es unter Muslimen 51 Prozent, wie aus einer Auswertung der Forschungsgruppe Wahlen hervorgeht, die der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) exklusiv vorliegt. In der Auswertung der Forschungsgruppe Wahlen zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern sticht derweil hervor, dass die SPD unter christlichen Wählern mehr Stimmen geholt als die AfD.

In Berlin schnitt die Linke auch unter konfessionslosen Wählern mit 28 Prozent etwas besser ab als im Schnitt der Bevölkerung. Bei katholischen Wählern kam die Partei hingegen auf lediglich 17 Prozent und bei evangelischen Wählern nur auf 16 Prozent. In beiden Gruppen legte die Linke aber um 9 Prozentpunkte im Vergleich zur vorherigen Wahl zu. Unter muslimischen Wählern lag der Zugewinn sogar bei 36 Prozentpunkten.

Die AfD konnte ebenfalls deutliche Zugewinne bei christlichen Wählern verzeichnen. Lediglich unter Muslimen kam die in Teilen rechtsextreme Partei mit 4 Prozent auf einen Prozentpunkt weniger als bei der vorherigen Wahl. CDU, SPD und Grüne verloren dagegen ungeachtet der Religionszugehörigkeit in allen Gruppen, die bisherigen Regierungsparteien CDU und SPD besonders stark unter Muslimen.

CDU punktet weiterhin bei Christen

Während christliche Wählerinnen und Wähler in etwa so für AfD und Grüne stimmten, wie es dem Gesamtergebnis entsprach, konnte vor allem die CDU in dieser Gruppe stärker punkten. Mit 30 Prozent unter Katholiken und 27 Prozent unter Protestanten schnitten die Christdemokraten deutlich besser ab als mit ihren 18,8 Prozent im Gesamtergebnis. Auch die SPD konnte unter Christen etwas bessere Ergebnisse erzielen.

Die Forschungsgruppe Wahlen hat am Wahlsonntag in Berlin 17.460 Wähler in Wahllokalen befragt, gleich nachdem sie ihre Stimme abgegeben hatten. Davon wurden 8.784 auch nach Konfession befragt. Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis der Abgeordnetenhauswahl kam die Linke auf 25,7 Prozent, die CDU auf 18,8 Prozent, die AfD auf 16,3 Prozent, die Grünen auf 14,3 Prozent, die SPD auf 12,1 Prozent und das BSW auf 4,7 Prozent.

SPD bei Christen in Mecklenburg-Vorpommern vor AfD

In Mecklenburg-Vorpommern schneidet die AfD unter christlichen Wählern konfessionsübergreifend mit 31 Prozent schlechter ab als im Gesamtergebnis mit 38,2 Prozent. Bei der SPD ist das Bild geteilt, wie aus der KNA exklusiv vorliegenden Auswertung der Forschungsgruppe Wahlen hervorgeht: Unter katholischen Wählern kommen die Sozialdemokraten auf 33 Prozent, unter evangelischen auf 40 Prozent. Insgesamt liegt die SPD laut vorläufigem Endergebnis der Wahl vom Sonntag bei 35,5 Prozent.

Bei der CDU sind die Unterschiede noch gravierender: So machten nur 3 Prozent der konfessionslosen Wählerinnen und Wähler ihr Kreuz bei den Christdemokraten. Von den Katholiken waren es hingegen 14 und von den Protestanten 10 Prozent. Mit insgesamt 4,9 Prozent flog die CDU erstmals in ihrer Geschichte aus einem Landesparlament.

Die Linke schnitt bei Christen etwas schlechter ab als bei Konfessionslosen, bei den Grünen war es andersherum. Für das BSW fiel der Unterschied zwar kleiner aus, war aber womöglich entscheidend: Bei Wählern ohne Religionszugehörigkeit erreichte die Partei 5 Prozent, was für den Einzug in den Landtag eventuell gereicht hätte. Bei katholischen und evangelischen Wählern waren es dagegen nur 4 Prozent.

Schaut man auch auf das Alter der Wähler, zeigt sich, dass SPD und CDU besonders bei Christen ab 60 Jahren punkten konnten. Jüngere christliche Wählerinnen und Wähler bis 34 Jahre wählten dagegen kaum die CDU. Auch bei evangelischen Wählern in der Altersgruppe dazwischen kamen die Christdemokraten nur auf 8 Prozent. Linke und Grüne hatten besonders unter jüngeren konfessionellen Wählern hohe Werte, die AfD erhielt die höchste Zustimmung in der mittleren Altersgruppe.

In Mecklenburg-Vorpommern hatte die Forschungsgruppe Wahlen rund 17.700 Wähler in Wahllokalen befragt - unmittelbar nachdem sie ihre Stimme abgegeben hatten. Davon wurden 8.900 auch nach Konfession befragt. In dem ostdeutschen Bundesland gehören rund zwölf Prozent der Bevölkerung der evangelischen Kirche und etwa drei Prozent der katholischen Kirche an.
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