Kärntner Bischof betont bei Investitur-Wochenende des päpstlichen Laienordens Bereitschaft zum Dienst, Berufung und Verantwortung für das Heilige Land
Klagenfurt, 21.09.2026 (KAP) Mit einem Gottesdienst im Dom von Maria Saal ist am Sonntag das dreitägige Treffen des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem in Kärnten zu Ende gegangen. Rund 400 Ordensmitglieder aus 14 Nationen nahmen an den Veranstaltungen teil. Am Samstag wurden zwölf neue Mitglieder in die österreichische Statthalterei des päpstlichen Laienordens aufgenommen. Die Feierlichkeiten begannen am Freitag mit einem Empfang des Landes Kärnten und einer Vigil in Klagenfurt. Am Samstag folgten die Aufnahmefeier im Klagenfurter Dom und ein Festkapitel im Konzerthaus. Den Abschluss bildete die Messe mit Diözesanbischof Josef Marketz in Maria Saal.
Marketz stellte in seiner Predigt die biblischen Aussagen "Sucht den Herrn", "Christus soll verherrlicht werden" und "Geht in den Weinberg" in den Mittelpunkt. Die Investitur sei mit äußeren Zeichen wie Gewändern und Insignien verbunden. Diese dürften aber nicht zum eigentlichen Maßstab werden: "Kein Zeichen, kein Rang und keine Auszeichnung machen einen Menschen vor Gott größer." Grabesritter seien "nicht deshalb berufen, weil wir besser wären als andere", sondern zum Dienst an anderen.
Der Bischof verwies hier auf das Evangelium von den Arbeitern im Weinberg. Menschen würden zu unterschiedlichen Zeiten berufen. Entscheidend sei daher die Bereitschaft, auf den Ruf Gottes zu antworten, "jetzt - in dieser Stunde". Daraus ergäben sich konkrete Fragen nach dem eigenen Auftrag: "Wo braucht mich Christus? Wem soll ich dienen? Wem kann ich Hoffnung geben?"
Brückenbauer für das Heilige Land
Mit Blick auf das Heilige Land sagte Marketz, die Mitglieder des Ordens übernähmen mit ihrer Mitgliedschaft eine konkrete Sendung. Die Mitglieder sollten dazu beitragen, "Brücken zu bauen statt Gräben zu vertiefen; Hoffnung zu geben statt Angst zu verbreiten; zu dienen statt sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen". Die Verbundenheit des Ordens mit Jerusalem erinnere zudem daran, dass der christliche Glaube "einen konkreten Ort" habe. Die Aufgabe bestehe auch darin, die Situation der Menschen im Heiligen Land in Österreich präsent zu halten.
Der Ritterorden unterstützt über das Lateinische Patriarchat von Jerusalem die im Heiligen Land lebenden Christen. Nach Angaben der österreichischen Statthalterei wurden im vergangenen Jahr mehr als 769.000 Euro für Hilfsprojekte aufgebracht. In Österreich gibt es rund 550 Mitglieder in zwölf Komtureien.