Salzburg: 1.000 Gläubige bei Adoratio-Kongress zu "Himmlischer Friede"
22.09.202613:51
Österreich/Kirche/Glaube/Religion/Jugendliche
Zweite Auflage des Eucharistie-Kongresses in Salzburg - Nächste Termine in Altötting (9 bis 11. Oktober) und erstmals in Kremsmünster (23. bis 25. Oktober)
Salzburg, 22.09.2026 (KAP) Mehr als 1.000 Menschen haben am vergangenen Wochenende den Salzburger Dom zum zweiten österreichischen Eucharistie-Kongress "Adoratio" besucht. Rund 700 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter besonders viele Jugendliche und junge Erwachsene, nahmen am dreitägigen Programm vom 18. bis 20. September teil; bei den frei zugänglichen Gottesdiensten stieg die Zahl auf über 1.000, wie die Erzdiözese Salzburg am Dienstag mitteilte. Das katholische Glaubensevent stand unter dem Motto "Himmlischer Friede" und ging am Sonntag mit einer Festmesse zu Ende.
Der Kongress, der im Jahr 2010 im bayerischen Altötting initiiert wurde und im Vorjahr seine Österreich-Premiere in Salzburg feierte, bot den Gläubigen ein dichtes Programm aus Gottesdiensten, gemeinsamen Gebetszeiten sowie Workshops zu spirituellen, kreativen, philosophischen und wissenschaftlichen Themen. Ausgetragen wurde er von Abteilungen der Erzdiözese Salzburg in Zusammenarbeit mit der Stelle Neuevangelisierung in Passau, gestützt von vielen ehrenamtlichen Helfenden.
Im Zentrum stand inhaltlich der persönliche und der weltweite Friede. "Kaum ein Motto könnte in unserer Zeit dringender sein als der Friede, der von Gott kommt", so der Hauptorganisator Rupert Santner alias "Don Rupi". Um Friede ging es unter anderem bei einer Talkrunde am Samstag mit Berichten aus Kriegs- und Krisenregionen. Dabei berichtete der in Lwiw geborene Generalvikar für den byzantinischen Ritus in Österreich, Yuriy Kolasa, von der dramatischen Situation in der Ukraine, aber auch von der Solidarität im kriegsgeplagten und leidgebeutelten Land. Die Kirche habe dort "die ungeheure Aufgabe, Menschen zuzuhören, mit ihnen zu trauern, zu schauen, dass aus Schmerz nicht Hass, nicht Gewalt wird".
Wiederholung des Letzten Abendmahls
Bei "Adoratio" (Anbetung) steht das Sakrament der Eucharistie im Mittelpunkt. "Die Kirche lebt von der Eucharistie. Bei jeder Heiligen Messe passiert das Gleiche wie beim Letzten Abendmahl - das ist das Geheimnis unseres Glaubens", sagte dazu der Salzburger Weihbischof Hansjörg Hofer in seiner Predigt zum Auftakt am Freitag. Beim "Abend der Barmherzigkeit" wurde das Allerheiligste durch die Reihen zu Klängen moderner und ruhiger Lobpreismusik getragen. An den Seitenaltären, wo viele Priester das Sakrament der Versöhnung anboten, bildeten sich Schlangen, wie die Kirchenzeitung "Rupertusblatt" berichtete.
"Adoratio macht den innersten Herzschlag der Kirche sichtbar. Wir leben für die Eucharistie, und ohne sie kann die Kirche nicht wachsen", sagte Mitorganisatorin Bernadette Lang.
Am Samstagabend zogen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einer Lichterprozession ins Stift Nonnberg, um dort zu beten. Bei der Abschlussmesse am Sonntag rief der emeritierte Abt des Stiftes Kremsmünster, Ambros Ebhart, dazu auf, Christus sowohl in der Eucharistie als auch in den Mitmenschen zu begegnen. "Christus in der Eucharistie, Christus im Bruder und in der Schwester will und wird uns Kraft geben, denn er ist der gleiche Christus. Ihm begegnen wir in der Eucharistie, ihm begegnen wir in den Mitmenschen, vor allem in den Notleidenden", sagte Ebhart.
"Geheimnisse des Glaubens"
Höhepunkte waren zudem ein Gebetsabend am Samstag zum Thema "Werde Apostel des Friedens" und der abschließende Sendungsimpuls am Sonntag von "Olympiakaplan" Johannes Lackner, der auch Büroleiter des Salzburger Erzbischofs ist. "Wenn der Glaube und der Herrgott auch in Zukunft Bedeutung haben sollen, dann müssen wir uns mit den Geheimnissen des Glaubens auseinandersetzen. Ansonsten ergibt es für unsere Generation keinen Sinn, mit der Kirche verbunden zu bleiben", sagte Lackner.
Adoratio wurde nach dem Vorbild des internationalen Kongresses zur ewigen eucharistischen Anbetung gegründet, der 2011 erstmals in Rom stattfand. 2019 entstand die Initiative in Altötting und wurde von dort nach Österreich gebracht. Seither engagieren sich die Beteiligten in enger Verbundenheit für eine geistliche und eucharistische Erneuerung sowie für die Förderung der Anbetung im deutschsprachigen Raum.
Der Kongress hat sich laut Angaben der Organisatoren inzwischen zu einer Bewegung entwickelt, die Menschen verschiedener Generationen anspreche, besonders junge Erwachsene und Familien. So findet heuer neben Salzburg auch in Altötting (9. bis 11. Oktober) und erstmals in der Diözese Linz in Kremsmünster (23. bis 25. Oktober) ein Adoratio-Kongress statt. (Info: https://www.adoratio.at)