Türkischer Minister: Erdogan trifft Entscheidung über Chalki
22.09.202614:39
Türkei/Kirche/Politik/Orthodoxie/Chalki
Bildungsminister Terkin in türkischem Sender zu möglicher Wiedereröffnung der orthodoxen Theologischen Hochschule von Chalki: Bildungsministerium hätte seine Hausaufgaben als Vorbereitung zur Wiedereröffnung abgeschlossen
Istanbul, 22.09.2026 (KAP) Die endgültige Entscheidung über die Wiedereröffnung der orthodoxen theologischen Hochschule von Chalki liegt bei der politischen Führung der Türkei und damit bei Präsident Recep Tayyip Erdoan. Das sagte der türkische Bildungsminister Yusuf Tekin laut dem Portal "OrthodoxTimes" gegenüber dem Sender CNN-Türk. Sein Ministerium habe die Vorbereitungen für eine mögliche Wiedereröffnung der historischen orthodoxen theologischen Hochschule abgeschlossen, sollte eine politische Entscheidung getroffen werden, so Terkin. Er betonte jedoch, dass die Angelegenheit über die Zuständigkeiten des Bildungsministeriums hinausgehe, und bezeichnete die mögliche Wiedereröffnung der Hochschule als eine bedeutsame Angelegenheit sowohl der türkischen Innen- als auch Außenpolitik.
"Wenn unser Präsident und die für unsere Außenpolitik zuständigen Staatsbeamten sagen, dass die Wiedereröffnung zu Ergebnissen führen wird, die dem Land zugutekommen, haben wir unsere Vorbereitungen hinsichtlich der Art und Weise der Wiedereröffnung getroffen", sagte Tekin.
Die Theologische Hochschule auf der im Marmara-Meer vor Istanbul liegenden Prinzeninsel Chalki, die bis zu ihrer Schließung 1971 die wichtigste Ausbildungsstätte für den Klerus des Ökumensichen Patriarchats von Konstantinopel war, hat eine lange Geschichte und war eines der führenden theologischen Seminare weltweit. Viele prominente Theologen und Kirchenführer, darunter auch der aktuelle Patriarch Bartholomaios, haben dort studiert.
Die Schließung von Chalki im Jahr 1971 erfolgte durch ein türkisches Gesetz, das den Betrieb privater Universitäten untersagte. Diese Entscheidung führte zu einer schwerwiegenden Einschränkung der Ausbildungsmöglichkeiten für den orthodoxen Klerus und wird seitdem als Hindernis für die religiöse Freiheit der orthodoxen Gemeinschaft angesehen.
In regelmäßigen Abständen wird Chalki vom Ökumenischen Patriarchen auch medial thematisiert und auch in bilateralen Gesprächen mit der türkischen Politik bis hinauf zu Präsident Erdogan auf eine Wiedereröffnung gedrängt. Dazu kommen jahrelangen Bemühungen von internationalen Akteuren wie den USA, der EU und Russland, die sich ebenfalls für die Wiedereröffnung einsetzten; bislang aber erfolglos.