Vorbereitung für nationale Strategie für lebenslanges Lernen ab Oktober - Ministerin Holzleitner: Erwachsenenbildung ermöglicht Teilhabe, wirkt gegen Einsamkeit und stärkt Demokratie
Graz, 23.09.2026 (KAP) Mehr als 160 Vertreterinnen und Vertreter aus Erwachsenenbildung, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft haben am Dienstag bei der Jahrestagung der Konferenz der Erwachsenenbildung Österreichs (KEBÖ) über die Zukunft des lebensbegleitenden Lernens beraten. Im Mittelpunkt der Tagung in der Volkshochschule Steiermark in Graz standen die Vorbereitungen für eine neue österreichische Strategie für lebensbegleitendes Lernen. Der entsprechende Prozess soll im Oktober starten.
KEBÖ-Vorsitzender John Evers forderte mehr Investitionen in Grundbildung und Demokratiebildung sowie eine Absicherung der gemeinnützigen Erwachsenenbildung. "Die Zukunft Österreichs entscheidet sich daran, ob alle Menschen Zugang zu Bildung haben", sagte der Generalsekretär des Verbands Österreichischer Volkshochschulen (VÖV). Gemeinnützige Erwachsenenbildung schaffe Bildungschancen, stärke den Zusammenhalt und reinvestiere ihre Mittel "in die Menschen statt in Gewinne".
Bereits zuvor hatte Altbundespräsident Heinz Fischer in seiner Funktion als Präsident des Verbandes Österreichischer Volkshochschulen die Tagung mit einem Plädoyer für Bildung als Grundlage gesellschaftlicher Teilhabe eröffnet: "Bildung ist nicht nur die Vermittlung von Wissen, sondern die Befähigung von Menschen, ihre Zukunft verantwortungsvoll mitzugestalten", sagte er.
Ministerin: Stärkung der Demokratie
Mit Frauen-, Wissenschafts- und Forschungsministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) diskutierten die Teilnehmenden über lebenslanges Lernen. Die Ministerin betonte dabei den Anspruch auf einen möglichst breiten Zugang zu Bildungsangeboten. "Die Erwachsenenbildung und mich persönlich eint der Einsatz für das Recht auf Bildung", sagte Holzleitner. Dieses Recht werde in der KEBÖ durch Angebote "unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Wohnort oder Altersgruppe" umgesetzt, von der Basisbildung über Bildungsberatung bis zur Lehre mit Matura.
Erwachsenenbildung ermögliche damit Teilhabe am beruflichen und gesellschaftlichen Leben, wirke gegen Einsamkeit und stärke die Demokratie, so Holzleitner. "Deshalb investieren wir rund 5 Millionen Euro mehr ab 2027 in die Erwachsenenbildung und ich sehe mich dabei als Bündnispartnerin", erklärte die Ministerin.
2,6 Millionen Teilnehmer im Jahr 2025
Die Konferenz der Erwachsenenbildung Österreichs (KEBÖ) ist die gemeinsame Arbeitsplattform von zehn österreichischen Erwachsenenbildungsverbänden. Sie vertritt deren Interessen und setzt sich für die Professionalisierung der Erwachsenenbildung ein. Laut der bei der Tagung veröffentlichten Leistungsbilanz verzeichneten die in der KEBÖ zusammengeschlossenen Verbände 2025 insgesamt 2,6 Millionen Teilnahmen an mehr als 173.000 Bildungsveranstaltungen.
Dem KEBÖ-Netzwerk gehört auch das Forum Katholischer Erwachsenenbildung in Österreich an, das mehr als 60 Erwachsenenbildungsorganisationen in kirchlicher Trägerschaft vernetzt. Deren Bildungsangebote reichen von Vorträgen, Kursen und Lehrgängen bis zu Workshops und Konferenzen und umfassen unter anderem theologische, soziale, politische, persönlichkeitsbildende und spirituelle Bildung.