Fairtrade Österreich warnt vor Wetterextremen und Preisschwankungen - Mindestpreis für Arabica steigt ab Dezember - Tag des Kaffees am 1. Oktober
Wien, 24.09.2026 (KAP) Der Kaffeeanbau steht angesichts von Wetterrisiken und starker Preisschwankungen vor wachsenden Herausforderungen. Vor dem Tag des Kaffees am 1. Oktober verweist Fairtrade Österreich etwa auf das Wetterphänomen El Niño, mit dem in wichtigen Anbauregionen das Risiko für Dürren, Überschwemmungen und extreme Hitze steigen kann kann. Zugleich erschweren die Schwankungen des Kaffeemarktes die langfristige Planung für Kaffeebauernfamilien. "Kaffeekooperativen müssen heute gleichzeitig in Klimaanpassung, Qualität und Rückverfolgbarkeit investieren", weist Fairtrade-Österreich-Geschäftsführer Hartwig Kirner in einer Aussendung hin.
Für Kaffeebauern bedeuteten veränderte Wetterbedingungen höhere Ernteunsicherheit, so Fairtrade. Gleichzeitig müssten Produzentenorganisationen verstärkt in Klimaanpassung, qualitätssteigernde Maßnahmen und widerstandsfähigere Anbaumethoden investieren. "Extreme Wetterereignisse machen den Kaffeeanbau schwerer planbar. Entscheidend ist deshalb, dass Kaffeebauernfamilien wirtschaftlichen Spielraum haben, um selbst in widerstandsfähigere Anbaumethoden und die Zukunft ihrer Farmen zu investieren", so Kirner.
Nötig seien daher "finanzielle Spielräume und verlässliche Partnerunternehmen", erklärt der Fairtrade-Geschäftsführer. "Die Zukunft des Kaffees wird nicht allein an den Börsen, sondern auf den Farmen entschieden." Fairtrade wolle daher mit einem Mindestpreis, Prämien und langfristigen Partnerschaften eine Grundlage schaffen, "die Kooperativen stärkt und Investitionen in die Zukunft des Kaffeeanbaus ermöglicht", so Kirner weiter.
Preisschwankungen und Extremwetter
Laut der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) liegt die Wahrscheinlichkeit, dass El Niño bis Februar 2027 anhält, bei nahezu 100 Prozent. Wie stark einzelne Regionen betroffen sein werden, lässt sich allerdings nicht einheitlich vorhersagen. Für die Produzenten bedeutet die unsichere Wetterlage, dass Investitionen in widerstandsfähigere Anbaumethoden wichtiger werden, so Fairtrade Österreich.
Neben den Extremwetterereignissen kommen erhebliche Preisschwankungen. Der Preisindikator der International Coffee Organization (ICO) für "Other Mild Arabicas" sank zwischen November 2025 und Juni 2026 um rund 25 Prozent. Über die Sommermonate stiegen die Preise wieder zweistellig. Als Gründe für den Anstieg im August nannte die ICO unter anderem erwartete negative Auswirkungen von El Niño und ein kurzfristig knappes Arabica-Angebot.
Fairtrade unterstützt Produzentenorganisationen unter anderem mit Mindestpreisen und einer zusätzlichen Prämie. Ab 1. Dezember steigt der Mindestpreis für gewaschenen Arabica von 1,80 auf 2,00 US-Dollar pro Pfund. Die Fairtrade-Prämie von 0,20 US-Dollar und der Bio-Aufschlag von 0,40 US-Dollar pro Pfund bleiben unverändert. Der Mindestpreis gilt als Untergrenze: Liegt der Marktpreis darüber, wird dieser bezahlt; erst bei einem niedrigeren Marktpreis greift der Mindestpreis.
"Fairtrade Kaffee Wochen"
Mit den bis 10. Oktober stattfindenden "Fairtrade Kaffee Wochen" will die Organisation daher auf die wachsenden Klima- und Wirtschaftsrisiken im Kaffeeanbau aufmerksam machen. Rund 86 Prozent der Menschen in Österreich trinken regelmäßig Kaffee; der durchschnittliche Pro-Kopf-Konsum liegt bei 162 Litern im Jahr. (Infos: www.fairtrade.net)