Deutschland: Katholische Verbände rufen Bischöfe zu Reformen auf
23.09.202614:58
(zuletzt bearbeitet am 23.09.2026 um 15:13 Uhr)
Deutschland/Kirche
Frauenverbände und "Wir sind Kirche": "Geduld des Kirchenvolks ist erschöpft"
Bonn, 23.09.2026 (KAP/KNA) Kirchliche Verbände und Gruppen in Deutschland haben die katholischen Bischöfe des Landes zu weiteren Reformschritten bei ihrer Herbstvollversammlung in der nächsten Woche in Fulda aufgerufen. "Die Geduld des Kirchenvolks ist erschöpft", heißt es laut Meldung der Nachrichtenagentur KNA in einem am Mittwoch veröffentlichten Appell von Katholischem Deutschen Frauenbund (KDFB), Katholischer Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) und "Wir sind Kirche". Ein "Weiter so innerhalb der traditionellen hierarchischen Strukturen" führe in die Sackgasse.
Trotz der Absage aus dem Vatikan fordern die Verbände, es kirchlich Engagierten und vor allem Frauen zu ermöglichen, in Gottesdiensten zu predigen. "Es braucht Mut sowie kreative und verantwortungsvolle Wege, damit Gottes Wort und die Hoffnungsbotschaft auch durch Lai*innen zu den Menschen gelangen." Zudem riefen die Verbände die Diözesen auf, die beim Reformdialog "Synodaler Weg" der Kirche in Deutschland beschlossenen Vereinbarungen vor Ort umzusetzen.
Kirche gegen Rechtsextremismus
KDFB, kfd und "Wir sind Kirche" sehen die katholische Kirche auch in gesellschaftspolitischer Verantwortung, sich gegen Rechtsextremismus und gegen gesellschaftliche Spaltung zu stellen. "Demokratie lebt von Teilhabe, Dialog, Solidarität und Kompromissbereitschaft. Eine synodale Kirche kann und muss hier Vorbild sein", heißt es in der Erklärung.
Die katholischen Bischöfe Deutschlands treffen sich nächste Woche in Fulda zu ihrer viertägigen Herbstversammlung. Neben kirchlichen Beratungen geht es auch um ethische Fragen zu Leihmutterschaft, Organspende und Suizidbeihilfe. Diskutieren wollen die rund 60 Bischöfe auch über Gefahren und Chancen von Künstlicher Intelligenz.